7 STUNDEN - KAPITEL 5

7 STUNDEN ...

... oder das Mädchen von Manerola 

Novelle von Anja Mond - MondGeschichten


KAPITEL 5


„Sie ist tot,“ sprach Pater Lorenzo, nun ist sie tot. Er starrte auf die Menge der Menschen, die sich versammelt hatten, um dem Schauspiel beizuwohnen. Er starrte auf die Kirche, vor der dieses unglaubliche Ereignis stattfand. Katharina wurde mitten auf dem Marktplatz verbrannt, so wie es viele Frauen wurden, die mit dem Teufel verbündet sind, so dachte er, so wusste er es, aber er glaubte nicht an einen Teufel, er glaubte an nichts, nicht mal wirklich an Gott, denn Gott hätte es nicht zugelassen, dass Katharina stirbt. Katharina, die es schaffte, ihn für wenige Momente so zu faszinieren und ihm ein Gefühl von ungeahnter Nähe, Wärme und Geborgenheit zu vermitteln. Er wusste nicht, ob es Liebe war, doch sie veränderte sein ganzes Leben und nun hat er ihres auf dem Gewissen. Er ließ es zu, dass sie mitgenommen wurde, er ließ es zu, einfach zu. Er stellte sich nicht dazwischen, er stand nur regungslos da und ließ es geschehen. Seither fühlt er gar nichts mehr, er hatte vor der Begegnung mit Katharina kaum Gefühle zugelassen, doch nun fühlt es sich für ihn ebenfalls wie der Tod an, sein Leben war nun auch zu Ende. Die Menschenmenge löste sich auf, er ging zu dem Feuer, was noch loderte und stand einfach nur da, doch er spürte diese Wärme, diese Nähe und es war als spräche die Glut zu ihm. Er vernahm eine Energie und versuchte sich ganz darin einzufühlen, wie gebannt stand er da und lauschte dem Knacken und Knistern des Feuers. 

„Mach dir keine Sorgen“, hörte er plötzlich, doch niemand war da. „Sorge dich nicht, es gibt keinen Tod,“ sprach diese Stimme weiter. Er schaute sich um, doch niemand war zu sehen, plötzlich wusste er, es ist Katharina, die zu ihm sprach. Der Tod ist eine Illusion, ich bin da.“ Lorenz versuchte sich stark zu konzentrieren, er glaubte sein Gehirn spielt verrückt. „Vertraue, alles ist gut, das Leben ist ewig, Du wirst es bald erkennen. „Ich liebe Dich,“ hörte er weiter die Stimme sagen und es war als durchströmte ihn ein Schauer unerklärbarer Gefühle, die er nie zuvor wahrgenommen hatte. Er fühlte sich plötzlich unglaublich stark, kraftvoll und doch losgelöst und leicht, er war so auf das Feuer konzentriert, dass er diese Hitze in sich aufnahm und selbst Feuer wurde, er spürte, wie das Feuer sich mit der Luft verband und die Funken in die Höhe sprangen, leicht und unbeschwert. 

Er war nicht nur eins mit dem Feuer, sondern fühlte sich eins mit allem, er wusste nicht mehr, ob er selbst tot oder lebendig war, so unglaublich war seine Erfahrung, die er gerade mit sich selbst machte. Plötzlich vernahm er eine leise Stimme:  

„Du bist meine Herz und meine Seele

Ich bin bei Dir

Auch wenn ich Dir fehle

Du bist mein Blut, mein Saft 

Ich verzehre mich nach Deiner Kraft

Ich gehe auf in Dir und verliere mich

Du verschmilzt mit mir 

Und ich verführe Dich

In die ungeahnten Welten des ewigen Seins

Sei für immer gewiss

Dein Herz ist meins

Die heiße Glut unserer Leidenschaft 

Verleiht allen Menschen Zauberkraft

Wir sind die Entzünder der neuen Zeit 

Und machen alle Herzen weit

Du bist in mir und ich in Dir

Wir sind jetzt und immer hier


Oh was für eine Botschaft, seufzte er … und versank nun in völlige Ekstase, die ihn fast seinen Körper verlassen ließ. 

Er spürte einen Sog, der so gewaltig war, dass er sich nur noch mitreißen lassen konnte, etwas in ihm zog und zog, als würde ein Strudel ihn in sich selbst hinein ... nein hinaufziehen. Er konnte nicht mehr denken, nicht mehr fühlen sondern sich dem Strom nur noch hingeben.


Fortsetzung folgt ...

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