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Der Grüne Mond
Tote leben besser
KAPITEL I
„Kennen wir uns? fragte John und suchte in ihrem Gesicht eine Antwort. In dem Gesicht der Frau, die schon so früh ihren Cappuccino verlangte, als gehöre er zu ihrer Persönlichkeit!
„Nein“,antwortete Maria“, ich habe dich noch nie gesehen, aber manchmal ist einem so, als kenne man sich.“ Maria grinste, als sie diese Worte aussprach und hatte plötzlich so ein warmes Strahlen im Gesicht. John servierte ihr den Cappuccino und dachte bei sich, komisch, sie ist mir so vertraut.
„Kennst du das Tarot? fragte Maria und kramte in ihrer Tasche. „Was ist das, ein Weltwunder? lachte John. „Nein, oder doch ja, das Tarot ist sogar eines der vielleicht größten Weltwunder.
„Hmmm, John grübelte, hatte er vielleicht doch schon mal davon gehört.
"Was genau meinst Du damit, ich glaube ich kenne die Tora, das heilige Buch der Juden.“ Maria bestätigte, „ja, so etwas in der Art ist auch das Tarot. Es ist ein Orakelbuch. Oder besser gesagt, ein Buch, in denen die verschiedenen Bewusstseinsstufen der Menschen in Form von Symbolen beschrieben werden. Es spiegelt auch das wieder, was gerade ist, wie du dich fühlst und was du gerade erlebst.
Da es keine Gäste in dem Café gab, setzte sich John zu Maria an den Tisch. Es war erst 8:00 Uhr in der Früh. „Erzähl mir mehr, bitte. Weißt du, ich hatte in der letzten Zeit so seltsame Träume, in denen mir immer und immer wieder.eine Frau erschien. Irgendwie erinnerst du mich an diese Frau, aber sie hatte blaue Augen und du hast grüne Augen, doch auch du machst solch seltsame Andeutungen, die ich nicht verstehe. Ich denke nicht, dass dies hier wieder nur ein Traum ist, doch ich bin ja gerade bei der Arbeit und kann gar nicht träumen.“
„Bist du dir da sicher?“ fragte Maria und grinste schon wieder so lieblich. „Ja, ich bin mir ganz sicher, jetzt bin ich voll da und wach, überzeugte sich John selbst. „Nun gut,“ Maria hatte nun in ihrer Tasche das gefunden, was sie suchte. Es waren Karten, bunte Karten, John schaute neugierig und fragte: „das sind doch Spielkarten“.
„Willst du etwas über dich wissen?“ fragte Maria und grinste ihn an. „Aber klar, antwortete John, mittlerweile bin ich total auf mich selbst fixiert und bin neugierig und total gespannt, was es noch zu entdecken gibt. Wie gesagt, meine Träume waren schon krass.“ ,„Gut“, sagte Maria, dann erzähl ich dir mal was, aber da du ja arbeiten musst, haben wir ja nicht wirklich viel Zeit.
„Ach“, John schaute sich um, „komisch, es scheinen gerade keine Frühstücksgäste zu kommen.“
„Maria lächelte in sich hinein. John sagte: „Wir unterhalten uns bis Gäste kommen.“
Mittlerweile war es 08:30 Uhr und niemand scheint heute ins Café zu kommen. „Kennst du Yemaha?“ fragte Maria. „Nein, woher auch?", antwortete John und lächelte.
„Yemaha ist die afrikanische Vollmondgöttin, fuhr Maria fort, sie ist ein Symbol der Mondkraft und Ursprungsquelle unserer Lebensenergie. Sie ist das Geheime und Unentdeckte in uns. Sie steht für unserer Intuition und wird mit der Tarotkarte Mond wiedergespiegelt. Der Mond in uns ist irrational, voller Leidenschaft, Instinkten und Gefühlen, die nicht unbedingt definierbar sind.
Wenn ich mir deine Situation tarottechnisch bewusst machen möchte, so wie ich es jetzt gerade tu, spiegelt die Karte „der Mond- Yemaya – die Mondin“ genau deine momentane Welt wieder. Schau, so sieht sie aus, die Mondin."
Maria zeigte ihm die Symbolkarte der Mondin.
"Wow“, staunte John. "Ist ja unglaublich, wie sie strahlt, und das mit nur einem Auge!“ „Ja“, antwortete Maria. Das ist das „dritte Auge“, im Sankskrit, der indischen Gelehrtensprache wird es „Ajna“ - oder das Ajna Chakra genannt. Es ist das Energiefeld der Intuition, der sogenannte 6. Sinn. Es sieht all das, was wir mit unseren physischen Augen nicht sehen. „Woher hast du diese Karten?“ fragte John neugierig.
"Meine Großmutter war eine echte Zigeunerin und verdiente ihr Geld für die Familie mit Wahrsagen und irgendwann gestaltete und zeichnete sie diese Karten hier. Sie sind einzigartig." "Das ist ja krass", entgegnete John. " Sehr krass. Hast Du noch mehr davon?
Er sah, wie sie ein kleines Täschchen aus Samt bei sich trug, aus dem sie zuvor diese "Mondin-Karte" herauszog.
"Oh ja, wir können ja mal schauen, was Deine Hauptenergie ist, lieber... wie heißt Du eigentlich? fragte sie verschmitzt.
"John", grinste er, denn auch er kannte ihren Namen ja noch gar nicht. "Und du Frau Mondin?" "Ich heiße Maria, so wie meine Großmütter. Beide hießen sie Maria. Ok lieber John, dann schau ich mal in dein Energiefeld und sehe mir deine Hauptkraft an."
"Ich verstehe kein Wort", sagte John.
"Natürlich nicht, du sollst ja auch nicht verstehen, sondern fühlen. Unser Verstand ist so begrenzt, doch unser Wahrnehmungsorgan umso größer. Aber klar, um wahrnehmen zu können, erfordert es zumindest ein Verstehen um diesen Prozess. Diese Tarotkarten spiegeln deine feinstofflichen Körper wieder. Deine Gefühle, Gedanken, dein Unterbewusstes, alles, was was du nicht direkt über den Verstand wahrnehmen kannst.
Es ist wie ein Spiegel, um in dein Gesicht schauen zu können, bedarf es auch eines Spiegels. Die eigenen Augen hat noch nie jemand zuvor gesehen, nur wenn man in einen Spiegel schaut.
Und gerade unsere Augen sagen soviel über einen Menschen aus. Sie identifizieren uns sogar über unsere Augenfarbe. Das Gesicht ist einzigartig und doch können wir uns niemals sehen. Das ist doch sehr erstaunlich, oder? "
"Ja, das ist es wohl", grübelte John und stellte fest, dass er noch nie darüber nachgedacht hatte.
Verrückt, total verrückt, stellte er fest und kam gar nicht darüber hinweg. "Und genauso wie der Spiegel unser Gesicht und vor allem auch den Ausdruck unseres Gesichtes spiegelt, so spiegelt das Tarot mit seinen Symbolen unser Unterbewusstes wieder. Es zeigt uns unsere verschiedenen Energiewelten, von denen es unzählige gibt. Man muss nur gezielt danach fragen. Und wir können diesen Symbolen ruhig vertrauen, denn es ist genauso neutral wie ein Spiegel.
Das Tarot oder auch andere Symbole sowie der Spiegel haben kein Interesse daran, was gespiegelt wird. Es spiegelt einfach."
"So so", John war so erstaunt und neugierig," dann erzähl mir mal, wer ich bin." "Na, das ist ja mal eine Frage", Maria war verblüfft und freute sich sehr darüber, dass John zu verstehen bzw. sein Wahrnehmungsorgan zu spüren schien.
Sie zog eine Karte aus ihrem Samt-Säckchen und legte sie verdeckt auf den Tisch.
" Bist du bereit? " fragte sie.
John war bereit und sagte: "Yes, Mam" und grinste.
"Na dann", sagte Maria und drehte die Karte um.
"Wow", John war sehr aufgeregt zu erfahren, wer er denn sei. " Na zuerst einmal muss ich Dir sagen, lieber John, dass wir niemals gleich sind. Es ist dein momentan er SeinsZustand, der sich jederzeit verändern kann.
Jetzt gerade bist du in der Kraft des "Teufels", es ist eine sehr machtvolle Energie." "Was? " rief John entsetzt. Wie, der Teufel? Den gibt es doch nur in der Bibel. Ich bin nicht gläubig. "Nein, der Teufel ist eine Kraft in uns, die uns sehr viel Macht verleiht, aber vielleicht haben wir unsere Macht auch abgegeben und fühlen uns unterdrückt. In welchem Lebensbereich auch immer.
Diese Karte ist nicht negativ, keine Karte ist es, sie macht uns nur unserer Fähigkeiten und Energien bewusst und deine Hauptkraft ist derzeit die Kraft und Macht.. Du hast Macht. Auch über andere, doch spüre mal in dich hinein, wo du vielleicht unterdrückst oder gar ausnutzt.oder wo Du wertschätzend unterstützt und andere nährst.
Grundsätzlich ist es eine sehr kraftvolle Energie, die in dir steckt und derer du dir sicher auch schon bewusst geworden bist.
Falls Du Dich aber in einem Zustand von Unterdrückung befindest, spüre in Dich hinein und finde heraus, in welchen Lebensbereichen Du ein Ungleichgewicht spürst.
Du kannst jede scheinbar negative Kraft in eine positive KraftQuelle verwandeln.
Es ist wirklich sehr interessant da einmal hineinzuspüren."
Plötzlich kamen Gäste, John war wie gebannt und fühlte sich sehr seltsam. Er schaute auf, den Blick weg von der Karte und hin zu den kommenden Gästen gerichtet. Die Zeit schien still zu stehen und plötzlich wurde ihm einiges klar.
Er war momentan nicht sehr glücklich hier in diesem Café. In ihm stecken soviele andere Qualitäten und Talente, die er gerne ausleben würde.
Nun musste er aber erstmal wieder zu seinen Gästen und entschuldigte sich bei Maria. Er hatte nun zu tun, Frühstück zuzubereiten und Kaffee zu servieren.
Aber er tat es anders, ganz anders als sonst. Was ist mit ihm passiert? Es ging ihm einiges durch den Kopf, doch es strömte mit den Gedanken ein kleines Freiheitsgefühl mit, dass ihn sich leicht und lichtvoll fühlen ließ.
Maria lächelte ihm zu, nippte an ihrem Cappuccino und saß einfach nur da und beobachtete ihn.
John lief von Tisch zu Tisch, doch er konnte sich überhaupt nicht mehr konzentrieren. Er war verwirrt und wollte einfach nur noch bei Maria sitzen und mit ihr weiter reden.
Maria lächelte ihm zu, als seine Augen sie suchten. Sie saß da und lächelte einfach nur, sie war völlig entspannt und schmunzelte in sich hinein.
John wusste, er ist immer wieder neu an einem Punkt, an dem er über sein Leben nachdenken und vieles verändern muss, doch vor allem, sich selbst endlich mal wahrnehmen muss. Er ist mittlerweile 40 Jahre alt und weiß immer noch nicht wirklich, wer er ist. Alle Menschen, die er kennt, hatten oder haben einen LebensPlan, Kinder, Karriere etc. Er selbst hatte noch nie einen richtigen Plan. Er lebt so vor sich hin und doch ist er nicht unglücklich."
"Könnte ich bitte noch ein bisschen Milch haben", frage Maria und deutete auf ihren Kaffee.
"John wurde aus seinem Tagtraum herausgerissen und antwortete freundlich:
"Aber ja natürlich,, grinste er sie an und sagte: „ich bin gleich wieder da.“
"Er ging in die Küche, öffnete den Kühlschrank und holte die Milch heraus, dabei viel ihm die Milchtüte aus der Hand und er verschüttete das gute Bioprodukt.
Doch er reagierte ganz gelassen und beobachtete den "Lauf" der Milch und hatte plötzlich eine entzündene Idee.
John stand plötzlich nur da, fast wie erstarrt, so sehr durchblitzte ihn diese Idee. Er hatte sie wohl schon so lange mit sich herumgetragen. Durch die Symbolik der verschütteten Milch, die ein Kunststück auf dem Boden darbot, ist es ihm plötzlich sonnnenklar.
John sprach leise zu sich selbst: Heilige Milch, ich danke dir. Die Milch lief in alle Ecken und Ritzen des Bodens und bildete eine spiralförmige Show auf dem Fußboden, der ziemlich uneben war, weshalb sich die Milch so zauberhaft verteilen konnte. Am Ende floss alles in die kleinen Mulden, die jetzt erst erkennbar waren. John dachte gar nicht ans Saubermachen, sondern beobachtete einfach den Verlauf der Milch als wäre er in tiefer Meditation. Völlig hypnotisiert von dieser eigentlich unschicklichen Angelegenheit.
Die Milch, dachte er bei sich, ist doch das Symbol des Lebens. Es ernährt das junge Leben, egal ob Mensch oder Tier. John fühlte sich selbst wie diese Milch, die erst "verschüttet" werden musste, sich also verteilen musste um ein Kunststück zu fabrizieren.
Er fühlte sich nämlich schon lange, wie in einer Milchtüte gefangen. Soviel Leben gebündelt in einer Packung und im Kühlschrank versteckt. Ihm war klar, dass es nur ein Symbol war, doch dadurch spürte er, dass er sich selbst schon lange entfalten wollte, doch er wusste einfach nicht wie.
Dafür musste ersteinmal etwas fallen gelassen werden. Jetzt "fiel" ihm soviel ein, was, losgelassen werden wollte.
Als erstes, so dachte John, sollte er seine Angst loslassen und in Mut verwandeln. Da sitzt nun diese zauberhafte Frau und er hatte schon wieder Angstschweiß auf der Stirn und in seinen Händen und ließ wohl deshalb auch die Milchpackung fallen. Sie fluschte geradezu aus seiner Hand, weil auch diese sehr feucht war.
Oft traute er sich schon nicht, Menschen die Hand zu geben, weil er so feuchte Hände hat. Ganz schlimm ist es, wenn er eine Frau attraktiv und interessant findet und sich absolut nicht traut, ihr zu nähern. Und jetzt ist es wieder genau so eine Situation, dachte er. Was soll er nur machen? Zuerst einmal die Milch aufwischen, dachte er bei sich und schmunzelte trotz Aufregung in sich hinein.
Er nahm einen Lappen aus dem Schrank, tränkte den Lappen ins Wasser und wischte die Milch auf, bis der Boden wieder blitzblank war. Er stellte die Utensilien zurück, nachdem er sie saubergemacht hatte, wusch sich die Hände und ging zurück auf die Terrasse.
Maria wartete immer noch auf ihre Milch. John kam aber ohne Milch zurück und hatte komplett vergessen, warum er überhaupt die Milch aus dem Kühlschrank holte, so sehr war er in seinen eigenen Gedanken versunken.
John wusste wirklich nicht, was das wieder alles zu bedeuten hatte, doch diesmal wollte er sich keine Gedanken machen und endlich einmal seinen Kopf ausschalten. Er entschloss sich, nur noch seiner Intuition zu folgen und keinen äußeren Einflüssen mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Er hatte einfach die Nase voll vom Denken und Wollen. Er will nicht mehr denken und er will auch nicht mehr wollen.
Jenseits von allem Gedachten und Gewollten liegt seiner Meinung nach von jetzt an sein neuer Weg. Es ist ein Weg nach innen, obwohl es ein Weg nach "draußen" ist. Raus aus alten Vorstellungen, denn alle Vorstellungen stehen ja "davor", vor dem, was wirklich real ist, wirklich wirklich ist. Nun gilt es diese Wirklichkeit wahrzunehmen, ungeschminkt, ein Blick "hinter die Kulissen" und nicht mehr "davor".
Er ist ganz aufgeregt gerade, dass er "es" förmlich spüren kann, das Neue, das Wirkliche, das Außergewöhnliche, aus dem Gewöhnlichen heraus.
Während er so vor sich hinphilosophierte, fragte Maria: "Wo haben Sie denn meine Milch? ". John fühlte sich ertappt und sagte leise: " Die hab ich verschüttet und dann vergessen. " Dabei stand er ganz ruhig vor ihr und dachte bei sich. Ist doch sowieso jetzt egal, denn er fühlte plötzlich einen Druck in der Brust, der ihn weiter sagen ließ: " Haben Sie heute Abend schon was vor? "
Maria lachte und antwortete: "Nein, aber nur wenn ich nun endlich meine Milch bekomme" und grinste ihn an.
John nickte und ging zurück in die Küche.
Es gab keine Milch mehr und so verließ er kurz das Café und wollte gegenüber im Supermarkt Milch kaufen. Da er wie in Trance über die Straße lief, übersah er das gelbe Auto, das viel zu schnell um die Ecke angerast kam.
Er war auf der Stelle tot.
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Der Grüne Mond
Tote leben besser
KAPITEL II
Es war ganz still auf der Straße. Menschen versammelten sich um die Stelle der Straße, auf der John nun da lag, friedlich mit einem Lächeln auf dem Gesicht. Alles stand still, als hätte man einen Film angehalten.
John wurde von einem herbeieilenden Arzt, der gegenüber in einem Restaurant saß und den Unfall beobachtet hatte für tot erklärt.
Es dauerte lange, bis der Krankenwagen kam und John mitnahm. Doch im Krankenwagen war es, als würde John wach werden. Er starrte auf die Notärzte, die noch versuchten, sein Herz zu reanimieren.
John versuchte zu sprechen, doch er bekam keinen Ton heraus. Plötzlich fühlte er sich selbst neben dem Notarzt sitzen und seinen Körper auf der Liege liegen. Er erschrak, was passierte da gerade mit ihm?
Der Notarzt schaffte es mit großer Anstrengung, dass sein Herz wieder schlug und sagte: "Ich hab ihn. " Doch John saß immer noch neben dem Notarzt und verstand nicht, wieso er seinen Körper dort liegen sah. Er betrachtete sich selbst und schaute an sich hinunter. Er sah genauso aus, wie sein Körper, der gerade reanimiert wurde.
Was ist geschehen, fragte er sich und sprach es auch laut aus, doch niemand hörte ihn. Er sprach immer lauter und stellte sich vor den Notarzt. Doch dieser schaute durch John hindurch und schrie etwas wie: "Mannometer, das war knapp. "
Doch dann hörte Johns Herz wieder auf zu schlagen. Der Notarzt versuchte nun wieder mit Elektroschocks das Herz zu reaktivieren, doch es war vergebens. Er fluchte und Schweißperlen liefen ihm übers Gesicht.
John, oder besser der gesagt, diese Energie John saß verzweifelt vor der Liege auf dem sein Körper lag. Völlig erschöpft legte er sich auf den Boden des Krankenwagens. Er lag einfach nur so da bis der Wagen in die Krankenhaus Notaufnahme fuhr. Als das Auto anhielt, erschrak John und richtete sich wieder auf.
Als die Krankenwagentür sich laut öffnete beobachtete John, wie "er selbst" im Krankenhaus verschwand. Er blieb im Auto sitzen und seufzte: "Was um Himmels Willen passiert hier gerade? "
Es ist genau 12 Uhr Mittag. John schaute auf die Uhr im Krankenwagen. Er hatte seine Schicht um 7 Uhr in der Früh begonnen und verlor in der Begegnung mit Maria die Zeit. Wo waren die letzten Stunden geblieben? Was ist mit ihm passiert? Er erinnerte sich, dass er um 9:30 Uhr in die Küche des Café's ging, um dort die Milch zu holen, die er dann verschüttet hatte. Die Uhr auf dem Backofen zeigte an, wie spät es war. Als er dann hinauslief, um neue Milch zu kaufen, musste er die Straße überqueren. Er hatte das auf ihn zu fahrende Auto kommen sehen und plötzlich war es, als ginge das Licht aus. Alles war dunkel um ihn herum. Erst als er im Krankenwagen lag, war er wieder bei Bewusstsein.
Er sah sich selbst auf der Liege liegen, während der Notarzt versuchte, ihn zu reanimieren. Es fühlte sich dann so an, als "flöge" er wie ein Geistkörper um seinen physischen Leib herum und hatte keine Ahnung, wie das passieren konnte. Es war, als hätte er 2 Körper. Der eine lag nun dort an den Maschinen und zwischendurch schlug auch sein Herz wieder. Doch er fühlte sich so seltsam, denn seine Wahrnehmung war anders als im physischen Körper. Er fühlte oder nein besser, er las, was die Ärzte dachten, er konnte ihre Emotionen spüren. Die Aufregung, die Angst, die Freude, als sein Herz wieder schlug. Es war, als sei er selbst dieser Arzt.
Er fühlte, was dieser Arzt fühlt, John war irritiert, denn er war völlig distanziert von seinem eigenen Empfinden. Er scheint ja tot zu sein. Doch nun "empfindet" er wie dieser Arzt, er verspürte die Sorge um diesen Patienten, der er ja selbst war.
Die Situation, in der John sich befindet wird immer skurriler. Was geht hier vor sich, fragte er sich selbst. Plötzlich wurde alles dunkel um ihn herum.
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Plötzlich öffnete er seine Augen und blickte auf die Wand.
Sie war weiß, doch sie schien sich zu bewegen.
Der Arzt kam plötzlich aus dieser Wand hervor.
Er sah aus, wie er selbst. Wie kann das sein? Der Arzt beugte sich dann über den Patienten, der er ja selbst war und schlüpfte in diesen Körper.
Es gab keinen Arzt mehr, sondern nur noch einen erwachenden John. Er blickte sich um, John der ganz verwirt war und doch langsam ganz klar sehen konnte, dass er in keinem Raum mehr war, sondern wieder auf der Straße, er war hingefallen, das Auto rauschte an ihm vorbei, doch er konnte sich soeben noch auf die andere Seite bringen, kurz vor dem Einkaufsladen setzte er sich auf einen Stein. Puhhh, stöhnte er, was war das? Er erinnerte sich an Maria, er wollte Milch holen...
Aber ansonsten erinnerte er sich an nichts.
Er kaufte einen Liter Milch und lief zum Café zurück. Doch Maria war nicht mehr da.
Er war ganz irritiert und dachte, nur ganz kurz fortgewesen zu sein.
"Nein, das kann nicht wahr sein", sagte er laut vor sich hin.
Er starrte auf die Wanduhr, es war halb 7 am Abend, er suchte seinen Kalender und sackte in sich zusammen, als er erkannte, welcher Tag war.
Eine ganze Woche war vergangen. Am Morgen vor einer Woche wollte er die Milch holen und fiel dabei auf die Straße.
Nun stand er wieder in seinem Cafè, doch es waren keine Gäste da. Aber auch keine Kollegen, keine Getränke auf den Tischen.
Er sah keine Teller in Vorbereitung auf einen Snack und die ganze Atmosphäre erinnerte ihn an ein Geisterhaus. So wie er es aus den Filmen kannte, die er früher liebte.
John setzte sich auf einen Stuhl und wusste nicht, was er denken sollte. Er war so verwirrt und musste vor lauter Erschöpfung erstmal die Augen schließen. Er schlief tief und fest auf dem Stuhl ein. Was um Himmels willen ist los, dachte er kurz, bevor er ein schlief. Plötzlich kam ein Gast hinein, ganz in blau gekleidet und rief zu John:
"Gibt es hier einen Erdbeer Eisbecher?" John wachte auf und zuckte in sich zusammen, er erschrak so sehr, dass er sogar den Stuhl umkippte als er versuchte, aufzustehen und fiel dabei hin.
Als er sich wieder sammelte und aufgestanden war, sah alles ganz anders aus.
Er nahm seine Umwelt ganz anders wahr. Der Mann, der eben hineingekommen war und nach dem ErdbeerEisbecher fragte, er leuchtete so.
Um seinen Körper herum funkelten verschiedene Farben, Rot, Gelb, Grün... Er hielt seine Augen kurz zu, blinzelte ein paar Mal und schaute nochmal hin.
Nein, die Farben funkelten weiter. Der fremde Mann funkelte wie ein Christbaum. Er lächelte und fragte nochmals, ob er einen Erdbeerbecher haben könnte.
John antwortete: "Nein, Erdbeeren gibt es noch nicht, es ist doch erst April. Wir warten auf die Saison, denn wir bestellen keine Erdbeeren aus anderen Ländern.
Bei uns ist alles regional. Der fremde Mann lächelte immer noch.
" Das finde ich gut, sagte er. " Dann hätte ich gerne ein veganes SchokoladenEis, denn ich sah, dass sie vegane Produkte im Angebot haben.
"Ja", sagte John, "das haben wir. Also einmal Schokoladeneis mit Sahne, oder ohne? "
"Ohne", sagte der fremde Mann. Ich möchte nur das Eis, ohne Alles.
John ging wieder in die Küche, dort, wo ja die Milch ausgelaufen war und plötzlich wurde ihm klar, dass er etwas Furchtbares erlebt hatte, doch er konnte sich kaum erinnern.
Er öffnete den Kühlschrank und sah allerlei Milchsorten dort stehen.
HaferMilch,
Mandelmilch, Sojamilch, aber keine Kuhmilch. Hmm, auch das mit dem vegan Eis kam ihm so suspekt vor, denn, er wusste gar nicht, was er da sagte.
Noch nie hatte es in diesem Café vegane Milch gegeben. Hat das etwa was mit der ausgelaufenen Kuhmilch zu tun?
Er erinnerte sich dunkel an sein Missgeschick und dass er neue Milch holen wollte.
Als er dann wieder ins Café zurück kam, sah alles ganz anders aus. Der Mann, der leuchtete, das vegane Eis, dass er natürlich jetzt in der Küche suchte. Im Kühlschrank standen tatsächlich einige Eissorten, Schokolade, Vanille, Pistazie, Himbeer auf Basis von Mandel Milch.
WOW, dachte er bei sich. Ist er denn noch im gleichen Cafè? Er schaute sich um, ja, alles scheint wie immer zu sein.
Er bereitete einen Schokoeisbecher zu und ging wieder zu dem leuchtenden Mann. Dieser saß mittlerweile am Tisch und schrieb etwas in ein Buch, plötzlich kam Maria herein, die Frau, die er vorher im Café traf und die plötzlich verschwunden war.
Sie setzte sich zu dem leuchtenden Mann, nachdem sie ihn mit einem Kuss auf die Wange begrüßte.
John beobachtete Maria und den leuchtenden Mann. Plötzlich erinnerte sich John wieder an den Unfall und fühlte sich sehr seltsam.
War er wirklich in diesem Café oder bilde ich mir das alles nur ein? fragte er sich.
Ihm kam das Café wie ein Theater vor, wie eine Bühne, auf die er schaut. Er fühlte sich nicht involviert und es war, als sähe man ihn auch nicht. Maria schaut mehrmals in seine Richtung, doch es war, als schaute er mehrmals in seine Richtung, doch es war, als sähe man ihn auch nicht. Maria schaute mehrmals in seine Richtung, doch es war, als schaute sie durch ihn hindurch.
Ihm war sehr mulmig zumute und er setzte sich an einen dieser kleinen runden CaféTische. Eine Bank mit bunten Kissen war für einen Moment seine Rettung, denn er fing zu schaukeln an, seine Beine zitterten.
Am Tisch gegenüber saß eine Mutter mit einem kleinen Mädchen, das einen gelben Pullover trug. Das Mädchen aß ein Sandwich und schaute zu ihm herüber. Ihre Blicke trafen ihn kurz und er bemerkte einen leichten Kopfschmerz. Er saß eine Weile einfach nur da und versuchte, seinen Unfall zu rekonstruieren.
Doch er konnte sich kaum erinnern, nur, dass er ein Auto kommen sah und es dann dunkel wurde.
Die Frau mit dem Kind gegenüber stand nun auf und nahm das Kind an die Hand. Sie wollte das Café verlassen, doch als sie an dem Tisch von John vorbeikam, blieb sie stehen und fragte ihn:
"Kenne ich Sie?"
John schaut zu ihr auf und plötzlich strahlte er über beide Ohren, warum bloß, dachte er bei sich, freute er sich so sehr, diese Frau zu sehen?
John schaute sie lächelnd an und sagte, "ja, wir kennen uns", dabei wusste er selbst nicht, warum er das sagte.
Irgendetwas veranlasste ihn in seinem Innern, ja zu sagen. Die Frau mit dem Kind erwiderte:
" Ja, mir scheint auch so, aber woher?
John schmunzelte und sagte: "Ist ja erstmal egal, denn scheinbar hat uns das Schicksal gerade zusammengeführt.
" Aber ich verrate dir, woher ich dich kenne", meinte John und grinste.
"Du heißt Sarah stimmt's?"
"Stimmt", lächelte Sarah und war erstaunt.
" Und du? " fragte sie.
"Ich bin John", stellte sich John vor und stand auf. Nun standen sich beide gegenüber und plötzlich lachten beide laut auf. " Ja, John, wie konnte ich nur Deinen Namen vergessen. Du warst doch der Patient, der diesen Unfall hatte. Sorry, ich bin die Ärztin und arbeite in der Notaufnahme des Krankenhauses hier in der Nähe. Wir haben uns lange unterhalten, nachdem Du aus dem Koma erwacht bist. Wie geht es Dir?"
"Wie es mir geht?" wiederholte John, das weiß ich ehrlich gesagt nicht wirklich. Seit meinem Unfall ist es, als sei ich nicht mehr ich selbst.
Ich nehme Dinge wahr, die zwar da sind, die ich aber mit meinen physischen Augen und Ohren nicht erfassen kann. Ich kann die Gedanken der anderen lesen, höre Geräusche im Innern, mal in musikalischer Form, mal sind es ganz unbekannte Töne. Und mein, es ist kein Tinnitus.
Ich war schon beim Ohren Arzt", lachte er.
"Weißt Du", berichtete er weiter, "ich wurde vor 15 Jahren in einen mystischen Meditationsweg eingeweiht, dort hieß es, dass wir durch eine besimmte Meditationstechnik zu höheren Bewusstsein gelangen, indem wir uns auf unseren inneren hörbaren Lebenstrom konzentrieren. Dadurch, so heißt es, verbinden wir uns wieder mit dem göttlichen Ursprung und. Nicht, dass wir jemals getrennt davon waren, doch wurde ich damals daran erinnert, dass wir alle EINS sind.
Alles, was existiert ist über ein bestimmtes Energiefeld, einem Urstrom miteinander verbunden. Die alten Mystiker nennen ihn "den KlangStrom" oder den "Lebensstrom."
Wir sind sozusagen pures Leben bzw. Klang, was nur ein anderer Name für diese Kraft bzw. Energie ist, die alles durchdringt.
Ich hatte damals keine Ahnung, auf was ich mich damals einließ, ich war jung und hatte schrecklichen Liebeskummer. Dazu kam, dass ich mich sowieso schon immer wie "in einem falschen Film" befand und mich die Menschen um mich herum nicht verstanden und ich wurde Opfer sehr übler Nachrede.
Sicher suchte ich damals Halt und eine gewisse Zugehörigkeit, die ich dann in dieser spirituellen Gemeinschaft in Indien fand.
Es kamen Menschen aus aller Welt dort hin, sehr außergewöhnliche unterschiedlichster Kulturen und Klassen.
Menschen, die nach der Wahrheit suchten und sie dort zu finden glaubten.
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John wurde sehr nachdenklich, so als überkäme ihn eine tiefe Sehnsucht und er hatte plötzlich Tränen in den Augen. Sara war tief beeindruckt und ließ John einfach reden. Als Ärztin wusste sie, dass gerade ein sehr wichtiger Punkt in seinem Leben "getriggert" wurde, mit der einfachen Frage: Wie geht es Dir?
"Wo war das? " fragte Sara ganz neugierig. Im Norden Indiens, nahe dem Himalaya. Vor 100 Jahren entstand aus einem kleinen Dorf ein spirituelles Zentrum für nach Wahrheit suchende Menschen aus aller Welt.
Dieses Dorf wuchs zu einer großen Stätte heran, die bis heute vielen Menschen eine Oase der Meditation bietet.
Viele Menschen wurden in eine Meditationstechnik eingeweiht, die ihn wieder mit dem Urstroms, dem sogenannten Klangstrom, der in uns allen erklingt verbunden. Aber wie gesagt, niemand ist wirklich getrennt von dieser Energie, wir müssen uns nur wieder an diese Kraft erinnern.
Das ist die "Einweihung", eine Erinnerung an dein wahres Sein.
Ich denke aber, heute ist alles anders, es ist vielleicht nicht mehr wichtig, äußerlich eine Stätte aufzusuchen oder eingeweiht zu werden.
Vielleicht reicht das " Sich bewusst werden darüber", dass es diese Schöpferkraft in uns gibt.
Die Frage ist nur, können wir sie ohne Hilfe erwecken? Oder sind wir sowieso schon mitten in einem ErwachungsProzess, ohne irgendetwas tun zu müssen.
Das sind ja die Fragen heute:
Wie komme ich in meine Kraft?
oder
Ist das Leben vorherbestimmt?
Ich Frage mich, seit ich denken kann, ob ich in das "Drehbuch - Mein Leben" aktiv eingreifen sprich, etwas verändern kann oder ob wirklich alles vorherbestimmt ist und es einem Plan folgt.
Manche Menschen glauben an gar nichts und denken, alles sei nur ein Zufall.
Doch wenn ich mir die Blumen anschaue, so sehe ich einen perfekten Plan.
Und für mich änderte sich meine Sichtweise gravierend nach meinem Unfall.
Ich dachte zunächst, ich habe überlebt, doch alles war für mich danach anders und ich hatte den Eindruck eine neue Ebene des Bewusstseins betreten zu haben.
Ohne es willentlich zu wollen. Es ist einfach passiert.
Seitdem bin ich in einem Zustand von dauerhafter Meditation, einer permanenten Aufmerksamkeit und die Menschen um mich herum sind ebenfalls ein wenig irritiert, da sie mich auch anders wahrnehmen.
Aber egal, wie geht es denn dir", wollte er ablenken, denn er fühlte sich unwohl, darüber zu sprechen.
"Ach" Sara hörte ganz gespannt zu und war auch wie aus einem spannenden Krimi herausgerissen.
"Mir geht es gut, habe einfach nur soviel zu tun."
Sara wurde plötzlich ganz nachdenklich. Sie hatte John aufmerksam zugehört, als er von seinem indischen Einweihungsweg erzählte. Sie hörte sehr interessiert zu und wollte irgendwie auch mehr erfahren. Doch ihre kleine Tochter drängelte nun und zog an ihrem Ärmel.
"Mama, ich will gehen", sagte sie leise.
"Ja, mein Schatz", wir gehen jetzt.'
Sie lächelte John liebevoll an und sagte: " Ich wünsche dir alles Gute und vor allem, dass du dich selbst wieder findest. Scheinbar hatte der Unfall nicht nur traumatische sondern auch sehr transfoemierende Begleiterscheinungen.
Als Ärztin habe ich schon einige solcher Geschichten gehört.
Patienten berichteten von ihren NahTod Erfahrungen und von einem Licht, dass sie sahen, doch von einem Klang habe ich noch nie gehört.
Vielleicht magst du mir irgendwann mehr erzählen?"
John schaute sie ganz bewusst und intensiv an, er war sehr überrascht.
Er war ein bisschen verlegen und kramte eine Karte heraus.
"Melde dich einfach" sagte er zu ihr und übergab ihm seine Visitenkarte. Es war eine alte Karte, die er als Künstler nutzte.
John Marco, stand auf dieser Karte, Musiker und Songwriter. Ja, das war/ist er, doch hatte er schon lange keine Songs geschrieben, geschweige denn Musik gemacht. Seine Kunst lag brach.
Sara lächelte ihn an, steckte die Karte ein und nickte mit den Worten: "Ja, mach ich."
John erinnerte sich plötzlich an seinen letzten Text, den er vertonen wollte, es war eher ein Gedicht, ein Gedicht der Verzweiflung, das er in der tiefsten Phase seines Lebens schrieb, aber dennoch Hoffnung daraus schöpfte:
"Ich löse mich auf
Und kann nicht mal mehr denken
Ich geh dabei drauf
Wenn and're mich lenken
Ich seh nicht mehr durch
Kann nur noch hier sitzen
Das Meer ist nicht ruhig
Und ich bin am Schwitzen
Wo soll ich nur hin?
Wer weiß, wer ich bin
Wie geht es jetzt weiter
Was soll ich nur machen?
Kann nicht mal mehr lachen
Es war doch so schön
Am Anfang der Wellen
Jetzt muss ich geh'n
Und dann noch im Hellen
Das Dunkel der Nacht
Nahm mir jede Macht
Die Toten leben besser
Sagt der grüne Mond
Das Buch ist wie ein Messer
Und schenkt mir einen Grund
Zu leben wie noch nie
Mit Liebe, Glut und Vieh
Mit Leidenschaft und Edelstein
Leg ich nun mein Herz hinein
Soll ich's nochmal wagen
Und am Lebenstuche nagen
Will ich hier sein
Mitten drin sein
Manchmal lieben
Ohne siegen
Einfach da sein
Völlig klar sein?
Ja, ich will
Und nun sei still

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Der Grüne Mond
Tote leben besser
KAPITEL III
John war sehr nachdenklich geworden und suchte nach Maria. Doch sie war inzwischen gegangen und auch ihre Begleitung war nicht mehr zu sehen.
John träumte vor sich hin und wusste nicht, wie ihm geschah, es fühlte sich alles wieder so sureal an. Er bezahlte seine Rechnung und verließ ebenfalls das Café und ging nach Hause.
Plötzlich fühlte er so einen Drang, wieder zu schreiben.
Er setzte sich an seinen Küchentisch und es wollten Worte aus him heraus in die Welt. Da holte er einen Stift und sein altes TexteBuch hervor, was in einer Schublade seiner Kommode im Schlafzimmer jahrelang vor sich hin träumte und nur darauf wartete, dass er es wieder in die Hand nimmt.
Heute war es soweit und er schrieb:
NEU GEBURT
Heute ist neu
Was gestern noch galt
Bin neu gebor'n
Und habe nun Halt
Das Morgen zu seh'n
Ist nicht von Bedeut'
Was jetzt in mir blüht
Ist was mich erfreut.
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Café Lula / Berlin
Nun beginnt also ein neues Leben, dachte er bei sich. Die Erfahrung, die er nachos seinem Unfall gemacht hatte, ging ihm so nahe und er verstand noch nicht wirklich, was wirklich passiert ist. Es kam ihm aber so vor, als hätte er in diesem Leben und in diesem Körper eine ganz neue Chance bekommen, sein Leben zu leben.