MondNovelle - 7 STUNDEN ... oder das M├Ądchen von Manerola

 


7 STUNDEN ...

... oder das M├Ądchen von Manerola 


Novelle

von 

Anja Mond 





KAPITEL I





Sara sa├č am Hafen von Manerola in ihrem Lieblingscaf├ę und starrte auf ihren Cappuchino.

Der Himmel f├Ąrbte sich orange-rot, da die Sonne gerade untergegangen war, so auch ihr wunderbares L├Ącheln. Sie ist eine bezaubernde Pers├Ânlichkeit mit langen blonden Haaren, die sich von Tag zu Tag auf eigene Weise ver├Ąnderten.

War die Luft feucht, wellten sich ihre goldenen Locken wie lustige Luftschlangen. Doch manchmal, wenn es sehr hei├č ist, bekommt ihre Haarpracht eine gewisse strenge W├╝rde, die sie zu einer unnahbaren Erscheinung werden l├Ąsst. 

So unberechenbar wie das Wetter ist auch ihr Gef├╝hlsleben. In dem Licht der untergehenden Sonne schimmern ihre Haare r├Âtlich, und nun sind sie von einer weichen und sanft lockigen Beschaffenheit, die dem Kellner vor lauter Beobachtung derselben das Tablett aus der Hand fallen lie├č. 

 „Oh Pardon“ sagte er und schaute in ihr Gesicht, es sah traurig aus. Als er in ihre Augen blickte, versank er in diesen unendlich tiefen Brunnen weiblicher Energie. Doch pl├Âtzlich erhellte ihr Gesicht und sie l├Ąchelte: „Warum arbeiten sie eigentlich noch, wenn sogar die Sonne schon Feierabend hat? Fragte sie ihn verschmitzt und ihr gesamtes Antlitz schien augenblicklich zu erstrahlen.

Der Kellner schaute in ihre wundersch├Ânen haselnussbraunen Augen und bemerkte einen kleinen gr├╝nen Fleck in der Iris ihres rechten Auges. Er fragte sie mit gleichem witzigem Charme zur├╝ck w├Ąhrend ein zuvor aufgekommener Wind eine M├╝lltonne umblies. „Und warum hat ihr rechtes Auge einen gr├╝nen Schimmer, der sie zu einer ungew├Âhnlichen Frau mit einer ungew├Âhnlichen Sichtweise macht?“ 

Sie l├Ąchelte zur├╝ck und sagte: „Ungew├Âhnlich war ich schon immer, die Sichtweise oder besser gesagt, der Blickwinkel, von dem ich die Dinge und das Leben aus betrachte, wurde mir durch ganz besondere Situationen in meinem Leben bewusst. Der etwas verwirrte Kellner hob die M├╝lltonne auf, schaute sie ein wenig fasziniert aber doch etwas verwirrt an und fragte sie: 

„Ich habe jetzt Feierabend, wollen Sie mit mir und der Sonne, die ebenfalls schon zu Hause ist zu Abend essen? Dann d├╝rfen Sie mir erz├Ąhlen, warum sie lustig und traurig zugleich sind. Sara f├╝hlte sich ertappt und doch unglaublich zu dem Kellner hingezogen. Er hatte eine umwerfende Ausstrahlung gekoppelt mit einem perfekten K├Ârper: „Ich hei├če John“, sagte er,, und Du bist bestimmt nicht von hier.“ 

„Wir sind alle nicht von hier“ sagte sie. „Aber wir hatten Lust mal etwas ganz Verr├╝cktes zu tun.“ John schaute sie nun noch verwirrter an.“ Also, wen meinst du mit wir? Aber ich muss schon zugeben, dass ich ein wenig verr├╝ckt nach dir bin. Aber das hast du jetzt sicher nicht gemeint.“ Sara l├Ąchelte: „Ich erz├Ąhle es dir, wenn du heute Abend 7 Stunden Zeit f├╝r eine Geschichte hast.“

„Wieso denn nur 7 Stunden“, fragte John. Ich wei├č jetzt schon, dass ich mit dir mein Leben verbringen m├Âchte. Sie erwiderte allerdings: „Du musst es erst schaffen, mir 7 Stunden zuzuh├Âren und auch verstehen, was ich dir sage. Erst dann bist du in der Lage, mit mir zu leben. Und ich werde dich dann auch nie mehr verlassen, denn ich wei├č, dass du schon lange nach mir rufst.“

„Na ja“, sagte John, 7 Stunden sind ja nicht viel. Aber damit ich ganz lange etwas davon habe, w├╝rde ich gerne jeden Tag eine Stunde bei Dir sein. Damit du dich auch an mich gew├Âhnst und danach auch nicht mehr von mir lassen kannst. John dachte, dass es eine leichte Sache sein wird, denn er war und ist ein guter Zuh├Ârer. Beide schauten sich still an und wussten, dass etwas Wunderbares passieren wird. 

Sara verabschiedete sich von John und sagte: „Ich treffe dich, noch bevor du wei├čt, wo wir uns begegnen werden.“ Sie ging und hinterlie├č keinen Hinweis dar├╝ber, wo sie sich mit ihm treffen wollte. Er rief ihr nach: „Halt, was soll das hei├čen, ich wei├č doch gar nicht, wie ….“ Er verstummte, denn sie war pl├Âtzlich nicht mehr zu sehen. Sie hatte sich in Luft aufgel├Âst, wie kann das sein? Er rannte ihren Weg mehrmals ab, versuchte ihr Parf├╝m zu erhaschen, sie roch so wundervoll nach einer Brise Sommerwind – gemischt mit einem frischen Blumenstrau├č. 

Sie war wie eine Blume, zart, bunt, einfach wundersch├Ân. Aber er versuchte vergebens etwas von ihr zu versp├╝ren. Er vernahm nur ein ungeheueres Gl├╝cksgef├╝hl, das ihn ├╝berw├Ąltigte und setzte sich erst einmal auf eine Bank. Er musste an einen englischen Komiker denken, der einmal sagte: das Leben sei wie ein Theaterst├╝ck, nur ohne Probe. Ja, so f├╝hlte er sich nun. V├Âllig hilflos! 

Als er so auf dieser Bank sa├č, versank er in einen tiefen tranceartigen Schlaf. Sein Kopf sank etwas nach vorne, sein Nacken entspannte total und er schien seine Gesichtsmuskeln so sehr zu entspannen, dass es urkomisch aussah, und pl├Âtzlich l├Ąchelte er. Er ├Âffnete die Augen, da stand sie vor ihm. Sara, noch sch├Âner, noch weicher in ihren Gesichtsz├╝gen, in einem blumigen, fast durchsichtigen Sommerkleid, was aber lediglich ihre wohlgeformten Beine zu erkennen gab. Sie sagte: „Die erste Stunde ist gekommen, bist Du bereit?“ 

John konnte kaum antworten, so atemberaubend sch├Ân sah sie aus. Doch er nickte und strahlte ├╝bers ganze Gesicht. Er hauchte ein „Ja nat├╝rlich“ und schaute ihr tief in die Augen. „Nun“ sagte Sara, „dann komme mit“ und nahm seine Hand. Er f├╝hlte sich wie von einer Feder ber├╝hrt und sp├╝rte seinen K├Ârper kaum. Auch er war so leicht, wie eine Feder geworden und lie├č sich von ihr f├╝hren. 

Er bemerkte, dass sie beide schneller als die umherwandernden Menschen waren, so als w├╝rden sie fast schweben, doch ihre F├╝├če ber├╝hrten noch den Boden. Aber es kam ihm vor, als w├╝rde er von einer starken Kraft gezogen. In wenigen Sekunden, so kam John vor, waren sie am Strand.

Er blickte auf das t├╝rkis farbende Meer, was sich in kleine mit Schaumkronen besetzte Wellen unterteilte und wie eine Begr├╝├čung aussah, so als w├╝rde das Meer zum ihm sprechen und sagen: „Sch├Ân, das du da bist.“ Und diese Worte sprach dann auch Sara aus: „John“, sch├Ân, dass du da bist.“ Er schaute sie verwirrt an und bekam kein einziges Wort heraus, er staunte nur. Er sp├╝rte den Wind und f├╝hlte sich unendlich wohl. Sara bat ihn sich doch mit ihr in den Sand zu setzen. 

Sie beide versanken im Sand und schwiegen f├╝r ein paar Minuten. Dann sagte Sara: „Das, was du jetzt sp├╝rst, ist deine dichteste H├╝lle, dein K├Ârper, dein Element Erde, aus dem wir hier auf Erden gemacht sind. Er verhilft dir zu einem guten Kontakt zur Mutter Natur und schenkt dir deinen Geruchsinn. Sp├╝re, was es mit dir macht, hier auf der Erde, im Sand zu sitzen … 

John sp├╝rte erstmals seinen K├Ârper wieder. Bis eben war er wie Luft, doch jetzt erwachte seine Schwerkraft wieder und er genoss diesen Kontakt zur Erde zum feinen, fast wei├čen Sand und grub seine F├╝├če noch weiter in den Boden. „Sp├╝rst du ihn? Fragte Sara? Sp├╝rst du deinen K├Ârper? F├╝hlst du den Sand? Tauche ganz tief in diesen Sand hinein und versuche mit jedem Atemzug, noch tiefer in ihn hinein zu versinken. 

Lass immer mehr los und du sp├╝rst eine tiefe, angenehme Schwere, die dich immer weiter nach unten zieht. Genie├če es und schlie├če deine Augen. Atme tief, rhythmisch und entspannt und lasse immer mehr los. Sp├╝re das Hier und das Jetzt“ fl├╝sterte sie, „denn es ist unm├Âglich die Gegenwart zu sehen. Die Gegenwart ereignet sich, verwandelt sich durch eine zerstreuende Energie in eine Lichtexplosion, und dieses Licht erreicht dann deine Rezeptoren – deine Augen. Dazu braucht es Zeit. W├Ąhrend das Licht dann zu dir unterwegs ist, geht das Leben weiter, bewegt sich weiter. Das n├Ąchste Ereignis findet statt, w├Ąhrend das Licht des vorangegangenen Ereignisses bei dir anlangt.“ 

John entspannt immer mehr und lauscht ihrer sanften Stimme, er f├Ąllt in eine tiefe Trance und ist doch ganz aufmerksam. „Du kannst es wahrnehmen, dieses Lichtereignis“, fl├╝stert sie weiter, „tauche tief hinein in dein Inneres, vergiss alles um dich herum, denn auch ich bin nur eine Imagination von dir. Je mehr Distanz du zwischen deinem Selbst und dem physischen Ort eines jeglichen Ereignisses legst, desto weiter zieht sich dieses Ereignis in die Vergangenheit zur├╝ck. Alles, was du dir anschaust, hat sich vor sehr langer Zeit ereignet. Aber eigentlich hat es sich nicht vor langer Zeit ereignet. Die physische Distanz hat nur die Illusion von Zeit geschaffen und dir erlaubt, dein Selbst als „Hier und Jetzt“ seiend zu erfahren, w├Ąhrend du „dann dort bist“. 

John h├Ârt genau zu, auf seltsame Art und Weise sp├╝rt er, dass sie recht hat, warme Schauer durchfluten seinen K├Ârper und er taucht immer tiefer in eine tranceartige Entspannung, die er noch nie in seinem Leben so erlebt hat. Saras´Stimme wird immer leiser, es ist fast keine Stimme mehr.

„Eines Tages wirst du sehen, dass sich alles „Hier und Jetzt“ ereignet! Nichts, was du siehst, ist wirklich. Es ist Deine pers├Ânliche Interpretation, nenne es „Einbildungskraft“. Und das besondere ist, du interpretierst nicht nur Energie, sondern erschaffst sie auch! Du stellst dir in deinem Geist etwas vor, und es beginnt eine physische Form anzunehmen. Je l├Ąnger du es dir vorstellst, umso physischer wird diese Form, bis diese Energie buchst├Ąblich in Licht ausbricht und ein Bild von sich in das hineinschickt, das du Realit├Ąt nennst. Dann siehst du das Bild und entscheidest wieder einmal, was es ist. So setzt sich der Kreislauf fort. 

Und genau das hast du getan, lieber John“, sagte sie ├╝berzeugend: „Ich bin dein Gedanke, und du hast mich gedacht, weil du etwas erfahren m├Âchtest. Stimmt es, dass du dich in der letzten Zeit gefragt hast, wer du eigentlich bist?“ „Ja, genau“, woher wei├čt Du das, fragte John verdutzt und l├Ąchelte sie erstaunt an. Ein Gedanke in Deinem Traum. Du lebst in einem ewigen Traum, du tr├Ąumst, bist der Getr├Ąumte und erschaffst dir deinen Traum. 

Die Frage ist, wann wachst du auf? John denkt, dass er gerade niemals aufwachen will … aus dieser Trance. Wenn es auch eine Trance in einem Traum sein soll. Ein wundersch├Âner Traum. Ach k├Ânnte sie nur ewig so weiter fl├╝stern … doch als er seine Augen aufmachte, war sie fort.

Warum war sie fort, dachte John. Er roch noch den zarten Duft ihrer Haare, als h├Ątte sie in einem Blumenmeer mit Jasmin gebadet. John war noch ganz benebelt, Sara hatte ihn v├Âllig hypnotisiert und er konnte seine Glieder kaum bewegen. Doch er f├╝hlte sich rundum wohl, sp├╝rte eine Leichtigkeit, die er zuvor noch nie erlebt hatte. Was hat sie blo├č mit ihm gemacht? Ihn verhext? Ist sie eine Hexe, ein Engel? W├Ąhrend er so vor sich hintr├Ąumte, bemerkte er, dass er dort die ganze Nacht gelegen hatte, der Himmel war zwischenzeitlich rosarot geworden, die Sonne will aufgehen. Da sa├č er nun, v├Âllig versunken und schaute auf den Sonnenball, der langsam hinter den H├╝geln emporstieg. 

Er starrte fast – ohne zu blinzeln – auf diesen hei├čen Kraftball, hellrot, orange, gemixt mit einem Hauch gelb und es schien, als umg├Ąbe die Sonne noch weitere Farben. Ja, auch um die Sonne herum waren viele viele Farbringe, teils sahen sie wie Herzen aus, teils waren es leuchtende kleine Feuerb├Ąlle. Wow, dachte er, irgendwie ist nun alles anders, was ist das f├╝r ein Gef├╝hl, ich kenne es nicht, ├╝berlegte er in voller Freude. Er sp├╝rte die Sonne auf seinem Gesicht, er musste l├Ącheln, denn es f├╝hlte sich so an, als w├╝rde sie mit ihren warmen H├Ąnden ├╝ber sein Gesicht streicheln. „Na“ sagte sie, „bist Du schon wach?“ Er dachte, er tr├Ąumte, doch da stand sie vor ihm. Als w├Ąre sie eben aus einem dieser strahlenden Feuerb├Ąlle entsprungen. 

Sie l├Ąchelte, wieder so ein L├Ącheln, was in ihm die gleiche Hitze ausl├Âste wie die w├Ąrmende Sonne, die mittlerweile in ihrer vollen Pracht am Himmel stand und die beiden im sch├Ânsten Licht beleuchtete. John versuchte etwas zu sagen, doch er bekam kein Wort heraus. So sa├čen sie beide einfach nur da, Saras H├Ąnde ber├╝hrten immer noch sein Gesicht. Dann fuhr sie mit der rechten Hand ├╝ber seine Stirn. Die linke ruhte auf seiner linken Wange. Mit ihrem rechten Daumen presste sie leicht den Punkt zwischen seine Augenbrauen und pl├Âtzlich zuckte er zusammen. Er hatte die Augen geschlossen und sah sich selbst in einem priesterlichen Gewand irgendwo in einer prachtvollen Kirche, doch wer ist das, er konnte es doch nicht sein, und vor allem, wo ist das, was macht er dort, wenn er es tats├Ąchlich sein sollte. Er riss seine Augen auf und schaute in ihr jetzt nicht mehr l├Ąchelndes Gesicht. Sie schaute pl├Âtzlich etwas traurig aus, doch in dem er dies dachte, sprach sie: 

„Hast Du Dich gesehen?“ Er stutzte, wie konnte sie das wissen? „Was meinst Du“ fragte er, er verstand ja selbst nicht, was da gerade passierte. Er traute sich auch nicht wieder die Augen zu schlie├čen und meinte dann: „Wer bist du?“ Sara l├Ąchelte nun wieder, und antwortete: „Das wirst Du noch herausfinden“ und nahm ihre H├Ąnde von seinem Gesicht, das jetzt gerade zu gl├╝hen schien. Er zuckte leicht zusammen und da er die ganze Zeit etwas starr gesessen hatte, sackte er v├Âllig in sich zusammen und versuchte, seine Gedanken zu sortieren. Doch er sp├╝rte wieder diesen warmen Sand und streckte dann alle Viere von sich und atmete tief durch … er schlief ein. Sara beobachtete ihn, strich ihm noch einmal ├╝ber die Stirn und legte sich dann neben ihn. 

Die Sonne war nun aufgegangen und ein warmer Wind deckte die beiden zu. Auch Sara tr├Ąumte vor sich hin, doch ihr Traum ist kein Traum. Sie wei├č um ihre vorherigen Leben, und nun hat sie einen alten Weggef├Ąhrten getroffen.  


 KAPITEL II




John zuckte zusammen, er erwachte aus seiner Trance, war es eine Trance, nein, es war, als h├Ątte er soeben die Worte „Auf Wiedersehen“ vernommen … aber Vater Lorenzo? Wer ist das? War er das? Das kann nicht sein, er schaute sich um, lag immer noch im Sand, doch er war nun v├Âllig aufgew├╝hlt und hatte keine Ahnung mehr, wer er war und wo er war. Sara, wo ist Sara, dachte er, doch niemand war in der N├Ąhe. 

Er war v├Âllig verwirrt und versuchte aufzustehen. Langsam streckte er sich nochmal, um wieder Blut durch seine Adern flie├čen zu lassen und erhob sich, sch├╝ttelte sich den Sand aus seiner Kleidung und blickte aufs Meer. Es war totenstill, keine einzige Welle war zu sehen. Er ging langsam ans Wasser und befeuchtete sich sein Gesicht, versuchte, klar, ganz wach zu werden. Doch irgendwas blieb, ein komisches Gef├╝hl, eine v├Âllig neue Dimension seines Bewusstseins schien ihn gerade zu durchfluten. Ihm fiel ein, dass er heute Abend noch ein Konzert geben muss. 

Neben seiner Kellner-T├Ątigkeit machte er Musik, spielte Klavier und hatte viele M├Âglichkeiten gefunden, seinem ungew├Âhnlichen Talent Ausdruck zu verleihen und pl├Âtzlich war alles wieder ganz klar. Er dachte, es sei alles nur ein bl├Âder Traum gewesen. Diese Frau, Sara, der Priester … alles komplett ertr├Ąumt. Nichts von dem kann real gewesen sein, oder doch? Nun, er hatte nun keine Zeit mehr dar├╝ber nachzudenken. Er rannte f├Ârmlich nach Hause. Doch irgendwas war an ihm, er konnte es sich nicht erkl├Ąren. Es sei, als umh├╝lle ihn ein samtiges Tuch … weich, nach Jasmin duftend … aber wie kann das sein? Er hielt kurz inne, als er an seinem Appartement angekommen war und ber├╝hrte seine Haut. Denn nur an den Stellen der Haut f├╝hlte er einen seltsamen aber angenehmen Druck. 

Er schloss die T├╝r auf und ging ins Haus. Es lag an einem gro├čen Teich, nicht weit von der Stadt und dem Caf├ę, in dem er als Kellner arbeitete. Als er in die Wohnung kam, zog er sich die Schuhe aus, die noch voller Sand waren und setzte sich auf seinen Lieblingssessel, er hatte einen zauberhaften Sessel, in dem er oft davon tr├Ąumte, einmal ein gro├čer Konzert-Pianist zu werden … und pl├Âtzlich durchstr├Âmte ihn ein Gef├╝hl von W├Ąrme und Zartheit, was ihn so ├╝berw├Ąltigte, dass er sich an sein wei├čes Klavier setzte und anfing zu spielen. Eine Melodie, die direkt aus seinem Herzen kam und er konnte nicht mehr aufh├Âren. Er sah sie, Sara und sie war nur noch in ein Tuch geh├╝llt, in ein Tuch von hellblauer Seide. 

Aber wer war sie, wo war sie und was sollte er nun tun? Er tr├Ąumte und spielte, bis er in v├Âlliger Trance eins mit der Melodie geworden war. Eine Melodie, die er weder kannte und doch spielte. 

Pl├Âtzlich klingelte es an seiner T├╝r. John ├Âffnete die T├╝r, doch niemand war da. Er schaute nach links, nach rechts, doch nirgends war jemand zu sehen. Nachdenklich schloss er wieder die T├╝r und ging in sein Arbeitszimmer, wo sich auch sein Klavier befindet. Auf dem Sofa, was daneben stand, sa├č sie und er erschrak, als er Sara sah. „Wie bist Du hier hereingekommen“, fragte er, obwohl er es bereits wusste. 

„Bist Du bereit f├╝r die n├Ąchste Stunde? Eine ist bisher vergangen, wollen wir mit der zweiten beginnen?“ „Was, eine Stunde waren wir erst zusammen“, fragte er erstaunt? Mir ist, als w├Ąren es hunderte gewesen.“ Sie l├Ąchelte, und dabei sah man ihr feines Gr├╝bchen, was wie eine kleine Knospe aussah, eine Knospe des Magnolienbaumes, Johns Lieblingsbaum. Sara sagte sanft: „John, auch wenn Zeit und Raum eine Illusion sind, so haben wir dennoch erst eine Stunde miteinander verbracht. Also, bist Du bereit? John setzte sich ans Klavier und spielte eine Melodie, die er kurz vorher geschrieben hatte. Ohne zu wissen, woher diese Melodie kam, wusste er intuitiv, dass Sara sie ihm zugefl├╝stert haben musste, denn diese Melodie hatte die S├╝├če ihres L├Ąchelns und den Klang ihrer Stimme. 

Er nannte dieses St├╝ck „Tausendundeine Nacht“ und er war wie bet├Ąubt, als sie nun einfach da sa├č und ihm und seinen Kl├Ąngen lauschte. Doch pl├Âtzlich verwandelte sich sein Gl├╝cksgef├╝hl in eine Panik, er h├Ârte sofort auf zu spielen und sagte laut: „Verlasse sofort diese Kirche, sie ist kein Ort f├╝r Menschen wie dich.“ Sein Klavierspiel verstummte und er hatte Schwei├čperlen auf der Stirn. Sara trat auf ihn zu und hielt sein Gesicht in ihren H├Ąnden. Pl├Âtzlich starrte er sie an und erinnerte sich. Er sagte leise zu Sara: „Ich bin Priester und darf dich nicht sehen.“ Sara sagte, „nein, du warst Priester und nun bist du hier in Manerola.“ John wusste pl├Âtzlich, dass er diese Vision schon einmal vorher hatte und begriff, dass er soeben wieder eine R├╝ckschau erlebte, ja er erinnerte sich ganz klar. Ohne darauf einzugehen fragte Sara: 

„Bist du bereit f├╝r die zweite Stunde?“ John erwiderte: „Ja, aber bitte erkl├Ąre mir, was da mit mir passiert ist.“ Sara fl├╝sterte: „John, wir kennen uns schon sehr sehr lange, nur hast du mir nie zuh├Âren wollen, obwohl meine Worte f├╝r dich so wichtig gewesen w├Ąren. Du hattest nur an dein System geglaubt, dein Herz verloren und starbst in vollkommener Leere. Damals in einer Kirche in Rom. Deine letzten Worten waren: „Ich werde dich finden und t├Âten.“ Und pl├Âtzlich war John wieder in der Kirche, Pater Lorenzo, er versuchte diese Zigeunerin aus der Kirche zu vertreiben, doch kurz bevor sie am Ausgang war, drehte sie sich um und schaute ihm in die Augen. Sie sah seine Liebe, doch sie verstand es nicht, er hatte Augen wie ein Liebender und Worte wie ein M├Ârder. John sp├╝rte nun wieder Saras H├Ąnde, diesmal streichelte sie seinen Kopf, sie bewegte ihre H├Ąnde wie bei einer sanften Massage, ihre Finger kreisten um seine Schl├Ąfen und er genoss so sehr ihre Ber├╝hrung, dachte er doch dabei, dass er es schon einmal so erlebt hatte. 

Er konnte f├╝r sich nicht kl├Ąren, was da gerade mit ihm geschah, Saras Finger waren so weich und glitten nun ├╝ber sein Gesicht, sie ber├╝hrte seine Stirn, seine Nase, seine Wangen und sein Kinn, sie fuhr mit ihrem Zeigefinger ├╝ber seine Nase und John entspannte so sehr, dass er die Augen schloss und nichts mehr denken konnte. Er wusste nicht, wer Sara war, doch noch viel weniger wusste er, wer er selbst war. Er f├╝hlte nur ein unsichtbares Band, was ihn mit Sara nun zusammenzuschn├╝ren schien.

 Ja, es f├╝hlte sich f├╝r ihn an, als w├╝rden beide nun gefesselt werden. Er ├Âffnete pl├Âtzlich seine Augen und tats├Ąchlich sah er ein hellblaues Tuch, was sie um ihn und sich selbst geschn├╝rt hatte. Ein Tuch aus Seide, er erschrak nicht, doch fragte sie leise, was sie da machte … Sara hielt seinen Mund mit ihren H├Ąnden zu und er vernahm ein leises „Sch … 

„ John und Sara waren nun in ein endloses hellblaues Tuch geh├╝llt, es f├╝hlte sich f├╝r John so an, als sei er geborgen, getragen und gehalten, wie noch nie in seinem Leben und nun fragte er sich wieder, was hier eigentlich passiert, da h├Ârte er Sara leise sprechen, es war ihm, als k├Ąme diese Stimme aus dem Weltall. John“ sagte sie, nun scheinst Du offen zu sein f├╝r eine Erfahrung, die dir in deinem Leben schon immer gefehlt hat. Als Priester hattest du damals keine Lebensfreude empfunden, warst in einem System gefangen, was dir zwar Stille aber keinen Frieden brachte, du glaubtest Gott zu dienen, doch du hast nur dir selbst gedient. Jede Art von Ber├╝hrung war dir fremd, hast du verschm├Ąht und abgelehnt, aus Angst, Gott untreu zu werden. Dabei hattest du dich selbst betrogen. Unser K├Ârper ist wunderbar, er besteht aus so vielen Elementen und Energiefeldern, ich erz├Ąhlte dir von deinem Energiefeld des Wurzel-Chakras, was mit dem Element Erde in Verbindung steht, dem Geruchsinn zugeordnet ist und f├╝r die gesamte stabile Struktur in Deinem Leben zust├Ąndig ist. 

Das Wurzel-Chakra in deinem K├Ârper ist ├╝beraus stark ausgepr├Ągt. Dieses Energierad dreht sich in unglaublicher St├Ąrke und hat dich so stark gemacht, wie du jetzt bist, doch … heute will ich dir von deinem 2. Chakra, deinem Sakral-Chakra erz├Ąhlen. Es ist das Chakra der Lebensfreude, des Genusses, der sinnlichen Liebe, der Partnerschaft, der absoluten Bewegung. Alles, was flie├čt, sowohl in deinem physischen als auch in deinem psychischen K├Ârper wird von dem Sakral-Chakra beeinflusst. Es ist das sinnlichste Chakra und demnach auch das Chakra des Lebens. Du sp├╝rst dieses Tuch jetzt, du sp├╝rst mich, du sp├╝rst aber nicht dich selbst, du sp├╝rst schon lange gar nichts mehr, stimmt´s? 

Im Sakral-Chakra geht es nicht um irgendetwas Vern├╝nftiges, sondern es ist das Chakra der Unvernunft, des Genusses, der Sinnlichkeit. Du sollst nun all deine Gedanken ausschalten und nur genie├čen, sp├╝re mich und dich, denke nicht, f├╝hle nur. Alles ist gut und unschuldig, das hast du nie so gelernt, denn als Priester war es eine S├╝nde, und du hast viele Menschen t├Âten lassen, aus Angst, dieses Gef├╝hl einmal selbst erleben zu m├╝ssen. Das Gef├╝hl der Freude, das Erlebnis der Sinne. Du hast es verschm├Ąht, eine einfache Ber├╝hrung, selbst von einem unschuldigen Menschen hast du als Teufelswerk betrachtet. Ich war damals die Zigeunerin und hatte eine Botschaft f├╝r dich, doch du warst blind und wolltest mich am Ende t├Âten, doch so weit kam es gottseidank nicht, denn du sp├╝rtest etwas, was dir bis dahin unbekannt war, es war die zarteste Ber├╝hrung einer Frau, die sich einfach nur erlaubt hatte, dir zum Abschied eine Umarmung der besonderen Art zu schenken. Als du damals diese Zigeunerin aus der Kirche geworfen hattest, passierte etwas, was du nie in deinem Leben und in den Leben danach vergessen hast. Und pl├Âtzlich stand John wieder in der Kirche und sah wie diese junge Frau an der Kirchent├╝r stehen blieb. Sie drehte sich noch einmal um und er stand nur da, doch pl├Âtzlich nahm er sie in den Arm, sagte kein Wort, sondern hielt sie nur fest.

Sie standen ein paar Minuten so da und er bemerkte, wie sein Herz gl├╝hte, sein ganzer Brustkorb im Bereich seines Herzens war hei├č wie eine Lava, die eben aus dem innersten eines Vulkanes emporsteigt. Saras Herz war eins mit ihrem ganzen Sein und nahm diese Hitze in sich auf, die sich mit ihrer verband. Es war als verschmolzen beide Herzen miteinander. Eine ganze Weile standen sie so da, schlie├člich fragte sie ihn: „Sp├╝rst du es auch?“ Er sagte: „Ich sp├╝re nichts, nur dass mein Herz vor Hitze zu platzen droht.“ Doch tats├Ąchlich sp├╝rte er sonst nichts. Sein K├Ârper gl├╝hte, doch er sp├╝rte nichts, sein Gef├╝hlsk├Ârper war von seinem physischen K├Ârper getrennt. Sie l├Âsten sich aus der Umarmung und Katharina stand ratlos da. Er blickte sie an und war irritiert. 

Er wollte sie nochmal halten, doch er war wie erstarrt, doch Katharina blickte ihn l├Ąchelnd an. Sie wusste, was er brauchte, aber nicht, was er wollte, und Lorenzo war f├╝r eine Sekunde dem Erdboden enthoben. Als sie langsam wieder zur T├╝r ging, rief er ihr leise zu: „Ich werde dich finden und dich t├Âten, du wei├čt das, also sorge daf├╝r, dass ich dich nie finde...! John sp├╝rte das seidige Tuch wie seltsam um seine Brust geschn├╝rt, Sara hielt noch immer sein Gesicht, doch er war wie leer, ausgebrannt und ersch├Âpft. Ihm wurde klar, dass er hier zwischen Welten und Leben hin und herwanderte und zum ersten Mal erlebte, wie er „lebte“, er f├╝hlte etwas, was er noch nie f├╝hlte, n├Ąmlich er f├╝hlte sich zum ersten Mal in seinem Leben „ber├╝hrt“. Er wurde schon oft angefasst, doch noch nie ber├╝hrt. Er wusste pl├Âtzlich, was Sara meinte, ihm war klar, wer Lorenzo war, Lorenzo war immer noch der Teil in ihm, der alles, was mit wahrer Ber├╝hrung zu tun hat, ablehnt. Lorenzo ist nicht tot. Lorenzo war die andere Seite in Johns Leben. 

Als er das dachte, fl├╝sterte Sara ihm zu: „Nun wei├čt du alles ├╝ber das Sakral-Chakra. Bei den meisten Menschen ist es blockiert, weil kaum jemand eine Ber├╝hrung zul├Ąsst. Menschen begegnen sich meist oberfl├Ąchlich, doch Freude empfindet kaum jemand dabei. Es flie├čt nicht wirklich, die Sinne liegen brach. Das, was du erlebst als Lorenzo, ist nichts weiter als John in der unbewusste Version. Vergangenheit gibt es nicht wirklich, auch keine Zukunft, alles ist jetzt. Unser Verstand funktioniert linear, das hei├čt, wir sind im Glauben, alles passiert nacheinander, doch in Wirklichkeit passiert alles jetzt. So sind auch alle Pers├Ânlichkeitsanteile da, heute empfinden wir so und morgen so, weil wir nicht nur eine Person sind. 

Wir haben 12 Pers├Ânlichkeitsanteile in uns. So hat jeder einen Priester in sich und auch eine Hure, wenn du verstehst, was ich meine? „Nein, sagt John, ich verstehe nichts.“ Sara l├Ąchelte und sagte: „Ich wei├č.“ John runzelte die Stirn und kratzte sich am Ohr, es war ihm, als h├Ârte er eine Musik in seinem Innern, eine Melodie, die er irgendwo schon einmal geh├Ârt hatte. Doch pl├Âtzlich war es auch schon wieder still. „Wei├čt du“, sagte Sara leise, es gibt soviel zwischen Himmel und Erde, was die Menschen nicht verstehen. Es gibt so unglaubliche Sachen im eigenen Innern zu entdecken und diese Reise h├Ârt nie niemals auf. Hat man gerade noch gedacht irgendetwas erkannt oder entdeckt zu haben, gibt es schon das n├Ąchste Ph├Ąnomen. Aber nun sprechen wir von deinen inneren Pers├Ânlichkeiten. Stelle dir einfach vor, dein ganzes Sein, dein Wesen w├Ąre ein Riesenzug. In diesem Zug gibt es viele Waggons bzw. Abteile. Z.B. gibt es da ein Schlafwaggon, ein Speisewagen und andere Abteile. Nimm einmal an, es g├Ąbe ein Abteil, das deine Pers├Ânlichkeit repr├Ąsentiert, ein anderes deine Beziehung, eines f├╝r die Finanzen, f├╝r die Karriere, f├╝r die Spiritualit├Ąt etc. 

Versuche zu verstehen, dass du aus verschiedenen Themenbereichen bestehst, die jeweils in einer bestimmten Lebenszeit genutzt werden. Und jetzt stelle dir weiter vor, es g├Ąbe Menschen, unterschiedliche Pers├Ânlichkeiten, die sich in diesen verschiedenen Abteilen aufhalten. 

Es gibt in dir ganz verschiedene Pers├Ânlichkeitsanteile, die eben durch diese Personen symbolisiert werden. Dein inneres „Theater“ sozusagen. So kann es z.B. sein, dass „der Priester“ in dir im Schlafwagen sitzt und eine andere Person, wie „die Liebende“ in dir in dem Speisewagen. Vielleicht sitzen auch zwei ganz unterschiedliche Charaktere in einem Abteil und vertragen sich ├╝berhaupt nicht. So ungef├Ąhr musst du dir deinen ganz pers├Ânlichen Raum vorstellen, wir haben ganz unterschiedliche, vielf├Ąltige Seiten in uns, manche sind uns bewusst und manche nicht. Wir kennen uns selbst manchmal so wenig bis gar nicht, es sei denn wir fangen an, uns mit uns selbst zu besch├Ąftigen. 

In der Astrologie hei├čt es, wir werden in dem Moment, wo wir auf die Welt kommen und eigenst├Ąndig atmen, ein ganz eigenes pers├Ânliches Drehbuch im Leben haben. Die Sternenkonstellation am Himmel im Moment der Geburt bestimmt dieses Buch des Lebens, aber im Sinne von „M├Âglichkeiten“, „Eigenschaften“, „Vorlieben“, „St├Ąrken bzw. Schw├Ąchen“, es ist kein Gesetz, nachdem wir zu leben haben, sondern eine Hilfe, uns zu begreifen. Manchmal denkt ein Mensch, er w├Ąre eine Trommel, dabei ist er eine Geige, nur mal so als Beispiel. So trommelt er sein ganzes Leben und findet nicht den richtigen Ton, weil er eben eine Geige ist. Irgendwann findet man vielleicht dieses Dilemma heraus und man erlebt die Entdeckung der Geige, oder aber man trommelt sein ganzes Leben lang und findet nicht den richtigen Ton! Oder man denkt man sei ein Elefant, dabei ist man eine kleine, s├╝├če Maus. „Du willst mir also deutlich machen, dass ich wohl eine Fl├Âte bin, obwohl ich mich wie ein Klavier verhalte … ach Sara, du bist schon ziemlich kontrabassig“, sagte er entspannt und f├╝hlte sich pl├Âtzlich federleicht, denn er wusste, diese Frau er├Âffnet ihm gerade einen neuen Zugang zu sich selbst. 

Dann setzte sich John ans Klavier und spielte, er spielte eine ganz neue Melodie, die soeben seinem innersten Herzen entsprang und bemerkte nicht, wie es dunkel wurde und als er sich umschaute, Sara verschwunden war. Er spielte weiter und genoss diese zarte Ber├╝hrung mit der Musik, die ihn alles, was er eben erlebt hatte noch lange nachsp├╝ren lie├č. Ber├╝hrung … dachte er, ja, es ist wahr, Ber├╝hrungen, wirkliche Ber├╝hrungen hatte er im Leben eigentlich noch nicht wirklich erfahren. John spielte und spielte, Melodien, die er noch nie zuvor gespielt hatte und auch nicht wusste, woher sie kamen, seine Finger wurden wie von Zauberhand gef├╝hrt und er tauchte in eine tiefe Trance, doch sein K├Ârper war in vollkommener T├Ątigkeit, weiterhin im Spiel, in der Musik, doch sein Geist enthob sich der Schwerkraft und er landete in einem Feld zwischen Himmel und Erde. Er f├╝hlte sich eins mit seinem Klavier, mit seinem Haus, seinem ganzen Umfeld, er hatte noch nie zuvor so etwas erlebt und wusste auch nicht, was er von nun an denken, f├╝hlen oder gar tun sollte. Er w├╝nschte sich, dass sich dieser Zustand niemals aufl├Âste, doch pl├Âtzlich h├Ârte er einen heftigen Knall. 

Ein Gewitter schien aufzukommen und er sah, wie sich der mittlerweile pechschwarz gewordene Himmel in einen hellen Lichtkanal von Blitzen verwandelte. Es fing in heftigen Schwallen zu regnen an. 

Es war ein Gewitter, das ihn zwar aus seiner Trance herausriss, doch er sp├╝rte und lauschte diesen Regenf├Ąllen, die seine Melodien weiterzuspielen schienen. Er hatte mittlerweile die H├Ąnde auf seinem Scho├č zusammengelegt. John schaute aus dem Fenster, setzte sich auf sein gro├čes Fensterbrett, nachdem er seinen Fl├╝gel schloss und seinen kleinen Klavierhocker verlie├č. Er ├Âffnete das Fenster und schaute auf das Schauspiel am Himmel. Es ├╝berkam ihn eine Frische, eine Vertrautheit mit dem Regen und ein Gef├╝hl von Freiheit. Doch er wusste immer noch nicht, wer Sara war, woher sie kam und was gerade in seinem Leben passierte. Er ging zu Bett und fiel in einen tiefen, erholsamen Schlaf.



KAPITEL III



John schlief in dieser Nacht besonders entspannt, er erwachte allerdings fr├╝her als sonst. Als er auf seinen Wecker schaute, der normalerweise erst um sechs Uhr klingeln w├╝rde, bemerkte er, dass es erst genau 3:00 Uhr morgens war. Er h├Ârte immer noch diese neue Melodie, die er zuvor spielte und sp├╝rte dem noch immer nach. 

Er war hellwach, doch er blieb im Bett liegen, er genoss diese Entspannung so sehr, dass er bewegungslos einfach nur da lag und vor sich hintr├Ąumte. Sarah, diese ungew├Âhnliche Frau, sie ist so fern und doch so nah. Er sp├╝rte sie nun und sein Geist war still wie noch nie zuvor in seinem Leben. Er dachte zwar nach, doch er verzettelte sich nicht in seinen Gedanken, er dachte zum ersten Mal einfach nur den einen Gedanken: „Ich bin v├Âllig ruhig und entspannt. Sara, ich danke dir.“ „Warum dankst du mir“, fragte Sara, die pl├Âtzlich auf seiner Fensterbank sa├č, und l├Ąchelte ihn an. „Sara“, wo um Himmelswillen, kommst du nur immer her, wenn ich dich sehe? Sara setzte sich nun zu ihm ans Bett und er bewegte sich ebenfalls langsam in eine aufrechte Position. „Du rufst mich doch jedes mal“, fl├╝sterte Sara ihm leise ins Ohr, dabei hauchte sie ihren Atem an seine Wange. Ihm war, als k├Ąme gerade ein warmer, frischer Wind auf, der ihm ein Gef├╝hl von N├Ąhe und Vertrautheit gab. 

Er erinnerte sich wieder an die vorangegangene Zeit als Priester und pl├Âtzlich stand er als Lorenzo vor Katharina am Fenster seines Klosterzimmers. „Wie bist du hier hereingekommen?“, fragte er Katharina, die ebenfalls wie aus dem Nichts in sein Schlafgemach hineingekommen zu sein schien. „Die T├╝r stand auf“, sagte Katharina und schaute ihn mit klaren Augen an. Lorenzo wollte die Bediensteten rufen und pl├Âtzlich legte Katharina ihm ihren Zeigefinger auf den Mund. Er erstarrte, obwohl er innerlich vor Entr├╝stung bebte, sie geradewegs hinauskatapultieren wollte, schoss ihm die W├Ąrme ihres Zeigefingers direkt ins Mark. Er wollte sie von sich sto├čen und nahm sie bei ihrem Handgelenk, doch anstatt sie wegzubewegen, hielt er ihre Hand und legte sie sich auf seine Wange. 

Wie ein gl├╝hend hei├čer Stein f├╝hlte sich ihre Handfl├Ąche an und er nahm ihre andere Hand und hielt sie mit seinen beiden H├Ąnden fest. Sie beide standen so eine Weile, Lorenzo verga├č f├╝r einen Moment sein Amt und zog ihre Handfl├Ąche, die noch immer seine Wange ber├╝hrte, auf seine Stirn. Katharina l├Âste ihre andere Hand von ihm und legte sie auf den Handr├╝cken der Hand, die gerade auf seiner Stirn ruhte. 

Pl├Âtzlich durchstr├Âmte Lorenzo eine Energie, die aus der Krone seines Kopfes wie die Lava eines Vulkans geradewegs an seinem ganzen K├Ârper herunterfloss. Innen wie au├čen, er f├╝hlte sich von Hitze erf├╝llt und umgeben und konnte kaum noch stehen. Er musste sich hinhocken und so kam es, dass er nun vor ihr niederkniete. Doch Katharina beugte sich sich ebenfalls hinunter und nahm seinen Kopf an ihre Brust. Er roch ihren Duft, wieder dieser leichte Hauch von Jasmin und umarmte pl├Âtzlich ihre H├╝ften. Er grub seinen Kopf in ihren warmen Scho├č und war pl├Âtzlich wie hypnotisiert, denn er konnte sich weder weiter bewegen noch irgendeinen Gedanken denken. Er hockte einfach nur so da und Katharina hielt seinen Kopf, beide sagten kein einziges Wort. „John“, fl├╝sterte Sara, „wo bist du gerade mit deinen Gedanken?“ 

John schaute sie verbl├╝fft an, wachte er doch soeben aus seiner Trance auf. „Ich verstehe das alles nicht, es ist wie ein Sog, der mich jedesmal aus meinem K├Ârper herauszuziehen scheint, wenn ich dich sehe, wie sagtest du eben? Du meinst, ich rufe dich?“ sagte John etwas verzweifelt. „Aber sicher, du sehnst dich schon so lange nach etwas, was du in dieser Welt nicht zu finden scheinst“, erwiderte Sara ganz sachte. „Du wei├čt aber nicht wirklich, wonach du suchst, stimmt´s?“ fragte Sara, deutlich energischer. „Ja und nein“, sagte John klar. Ja, ich suche etwas und nein, ich wei├č nicht, wonach ich eigentlich suche. Ich suche auch keine Frau, ich hatte viele und doch war ich immer allein. Aber ja ich suche, ich suche vielleicht das Gef├╝hl zufrieden zu sein, ohne dass mich etwas zufriedenstellt. Ich suche etwas, dass mir den Sinn des Suchens erkl├Ąrt.“ 

„Oh“, Sara war ganz ├╝berrascht, wie John gerade eben ihre Seele streifte. „Der Sinn des Suchens, aha, ja das ist wunderbar John. Der Sinn des Suchens ist der Sinn des Mondes, der Mond l├Ąsst die Menschen tr├Ąumen und das „Suchen“ l├Ąsst die Menschen hoffen, dass es etwas gibt, was die Menschen finden k├Ânnten. Doch wer nach dem Sinn des Suchens fragt, erkennt vielleicht gerade, dass es gar nichts zu finden gibt.“ John schaute ihr aufmerksam auf die Lippen w├Ąhrend er ihr zuh├Ârte und sagte: „Wie meinst du das, es gibt nichts zu finden?“ „Na, was soll es denn zu finden geben?“ fragte sie und l├Ąchelte verschmitzt. „Gl├╝ck, Frieden, Liebe“ entgegnete John. „Gl├╝ck, Frieden und Liebe, hmm“, Sara wiederholte diese 3 Worte und hauchte sie wie 3 Wolken in die Luft. 

„Was bedeutet denn Gl├╝ck f├╝r dich?“ John ├╝berlegte und antwortete: „Na, wenn ich das w├╝sste, denn eigentlich m├╝sste ich gl├╝cklich sein, doch ich bin es nicht, obwohl ich alles habe. „Gl├╝ck“, das ist es ja, ich wei├č es einfach nicht.“ „Und was bedeutet Frieden f├╝r dich?“ fragte sie weiter. „Frieden, John sprach dieses Wort langsam aus, Frieden ist f├╝r mich, nicht denken zu m├╝ssen, doch das gelingt mir nicht. Und die Liebe war mir schon immer ein R├Ątsel. „Ach John“, Frieden, Gl├╝ck und Liebe“, fl├╝sterte Sara sind dein Erbrecht, du bist Frieden, Gl├╝ck und Liebe, alles ist da, in dir. ├ľffne dein Herz, sp├╝re deine Kraft, die immer schon da war und auch sein wird. 

Lasse es flie├čen in dir... „Flie├čen lassen“, John schaute irritiert. „Wie denn?“ Flie├čen lassen, es h├Ârt sich so einfach an, aber was ist das denn? Einen Eimer Wasser kann ich flie├čen lassen.“ Sara nahm ihn bei seinen beiden H├Ąnden und legte seine rechte Hand mitten auf ihre Brust. „Sp├╝rst du mein Herz schlagen?“ fragte sie. John erschrak, was machte sie denn da. „Ja ich sp├╝re deinen Herzschlag, aber was hat das jetzt mit „flie├čen“ lassen zu tun?“ Sara schaute ihm in die Augen, hielt seine Hand, damit er sie nicht fortnehmen konnte, ganz fest. Und pl├Âtzlich wurde John ganz warm in seinen H├Ąnden. Sowohl die eine Hand als auch die andere Hand gl├╝hte pl├Âtzlich vor lauter Energie.“ Na, sagte Sara leise, jetzt sp├╝rst du diesen Fluss, oder?“

„John seufzte, ja ich sp├╝re mein Blut in den Adern meiner H├Ąnde. „Siehst du, meinte Sara, das ist es. Sobald du deinen Kopf ausschaltest und das hast du gerade getan, stimmt´s? Sobald du deinen Kopf ausschaltest, kann „es“ flie├čen. Was f├╝hlst du gerade? „Was ich f├╝hle?“ entgegnete John in einer leisen Stimmlage, die gebrochen herausstr├Âmte“, ich f├╝hle W├Ąrme, ja f├╝r einen Moment auch Frieden. „Genau“, meinte Sara, mit dem Frieden f├Ąngt es an, gelange zun├Ąchst – egal wie – in den Frieden!“ „Aber“, sagte John wieder etwas lauter, ich kann doch nicht immer meine Hand auf deiner Brust lassen“, und l├Ąchelte. „Aber du kannst es dir vorstellen, sagte Sara ebenfalls laut. Du kannst dir den Frieden kreieren, indem du dir vorstellst, wie sch├Ân es sein kann, wie sch├Ân es jetzt zum Beispiel f├╝r dich ist, diese W├Ąrme in deinen H├Ąnden zu sp├╝ren. „Na, nicht nur in meinen H├Ąnden“, grinste John nun in sich hinein. Aber er wusste, was sie sagen wollte. Er f├╝hlte sich gerade tats├Ąchlich sehr sehr wohl. Er behielt seine Hand dort und wollte sich nie mehr wieder bewegen. Pl├Âtzlich ├Âffnete sich die T├╝r des privaten Zimmers, in dem sich Katharina und Lorenzo aufhielten. Beide schreckten auf und sahen eine Dame, die mit ihrem strengen Gesicht das j├╝ngste Gericht h├Ątte darstellen k├Ânnen. Lorenzo stand pl├Âtzlich aufrecht da und l├Âste sich von Katharina. Beide wussten, was jetzt passieren w├╝rde. Lorenzo sprach zu dieser Frau an der T├╝r: „Ich habe sie, sperren sie sie ein!“ Katharina lief ein Schauer ├╝ber den R├╝cken, doch sie lie├č sich v├Âllig sprachlos abf├╝hren. Ihr Blick war leer, doch ihr Herz gl├╝hte vor Schreck und Angst, denn sie wusste, es muss gerade so sein. Lorenzo drehte sich augenblicklich in Richtung Fenster und starrte hinaus. Die Frau an der T├╝r wies Katharina den Weg auf den Flur und diese ging ohne Abwehr hinaus in den ungewissen neuen Abschnitt ihres Lebens. John schreckte auf, was geschah gerade in seinem Innern. 

Ein Sto├č heftigen Schmerzes durchfuhr seine Brust. Er nahm seine H├Ąnde von Saras Brust und stand pl├Âtzlich aufrecht vor ihr. „Das kann nicht sein, sag, dass das nicht wahr ist,“ schrie er fast Sara an. „Doch sie neigte ihren Kopf und meinte leise, „doch John, es ist noch wahr!“ „Wieso?“ fragte er entgeistert. „Wie kann es noch wahr sein? „Das wirst du gleich bemerken“, entgegnete Sara. Sie hatte ihre Worte kaum ausgesprochen, da klingelte es an der T├╝r. John, der noch vor Schreck ganz blass war, ging zur T├╝r und ├Âffnete sie. Polizeibeamte standen mit strengem Gesicht vor ihm und fragten laut: „Verstecken sie hier eine Dame im Alter von ca. 32 Jahren? „Was, wie meinen sie? fragte John entgeistert? „Verstecken sie hier eine Dame?“ wiederholte der Beamte. John war fassungslos, er drehte sich irritiert zu Sara um, doch sie schien fort zu sein. Die Beamten traten an ihm vorbei in seine Wohnung, er stand einfach nur da und war wie gel├Ąhmt. 

Sara war fort, wie so oft und er hatte nun ├╝berhaupt keine Ahnung mehr, was hier passierte. Die Polizisten fanden nichts, doch sie zeigten John ein Foto, auf dem Sara abgebildet war. „Sie wird gesucht, sie ist eine M├Ârderin.“ John fiel alles aus dem Gesicht und setzte sich auf den kleinen Hocker, der neben seiner Garderobe stand und lie├č sich v├Âllig h├Ąngen. Er stammelte was von: „Ich wei├č nicht, wovon sie sprechen“, doch die Beamten bemerkten sehr wohl, dass John log. „Sie passen besser auf sich auf, sagte der eine Polizist. Wenn sich diese Dame wieder bei ihnen meldet, so rufen sie uns umgehend an. Sie scheint sie ja auch ins Visier genommen zu haben. Stumm blieb John sitzen und die beiden Herren verschwanden. John sa├č einfach nur da, nachdem die anderen gegangen waren, alle … auch wohl wieder Sara. Was hat das alles zu bedeuten? John stand auf und setzte sich an sein Klavier, doch seine Finger waren wie gel├Ąhmt, er brachte es nicht fertig, sie zu bewegen. Pl├Âtzlich sp├╝rte er einen Federhauch auf seinem Handr├╝cken, es war, als streichelte ihn etwas sanft, doch er sah nichts und niemanden, doch er vernahm einen sanften Luftstrom, federleicht f├╝hlten sich seine H├Ąnde nun an und er spielte auf seinem Klavier. Wieder erf├╝llte ihn diese Kraft mit der er eine neue Melodie zauberte. Aus Dur wurde Moll und aus Moll wurde Dur. Er versank in eine musikalische Trance und er h├Ârte irgendwann auf zu denken, er wurde eins mit dem Klang, den er gerade selbst zu erzeugen schien, ein Klang, der nicht von dieser Welt war, ein Klang, der nicht aufh├Ârte, der Klang der Welt, er selbst war der Klang, der alles miteinander zu verbinden scheint. 

Der Klang, aus dem die Menschen geboren wurden. John war eins mit diesem Klang geworden und sah nun auch Sara wieder ganz klar vor sich. Er war nicht von ihr getrennt, er sp├╝rte sie so innig, als w├Ąre sie sein Herz. Sie war es! Das ist es, was Himmel und Erde miteinander verbindet … die Sehnsucht, mit dem anderen eins zu sein. John sp├╝re es, gerade jetzt in diesem Augenblick war er nicht mehr „er selbst“, er war ein Wesen, verschmolzen mit einem anderen, ohne k├Ârperliche N├Ąhe und doch so sp├╝rbar. Mit dieser Sehnsucht und Gewissheit im Herzen, traute er sich gar nicht vorzustellen, was passieren w├╝rde, wenn er – sollte er Sara jemals wieder sehen und tats├Ąchlich eins mit ihr werden. Er sp├╝rte ein Raunen in seinem Herzen und einen Schauer, der durch seinen K├Ârper floss. Er vernahm ein Zittern von s├╝├čester Energie und er bebte von Kopf bis Fu├č. Er f├╝hlte eine Kraft in sich, als w├╝rde er an einen Strom angeschlossen sein, der ihn v├Âllig mit Lust aber auch mit Energie f├╝llte. So etwas hatte er noch nie erlebt und genoss dieses Gewitter von Tausend und einer Nacht, denn so f├╝hlte es sich an. Wie tausend Sterne, die ihm leuchten und eine Sonne, die ihm brennt. Er sa├č da und tr├Ąumte vor sich hin, doch er wusste, es ist kein Traum, es ist totale Realit├Ąt. 

Er war eins mit allem, eins mit sich, eins mit Sara. In Dankbarkeit und voller bewusster Wahrnehmung seines Gef├╝hles legte sich John nun schlafen. Er war tief entspannt und konnte sich nicht daran erinnern, wann er jemals so eine tiefe Ruhe in sich versp├╝rte. Er fiel in einen tiefen Schlaf und sein K├Ârper war eingeh├╝llt in einer Atmosph├Ąre von Licht und W├Ąrme, so jedenfalls empfand er, als er in seinem Bette lag. Im Traum begegnete er einer Frau, doch er konnte nicht erkennen, ob es Sara war. Diese Frau war eingeh├╝llt in orangefarbener Seide, jedenfalls schimmerte es so gl├Ąnzend um sie herum. Er versuchte auf sie zuzugehen, doch immer, wenn er ihr sehr nahe kam, wich sie aus. „Wer bist du“, fragte er. Diese in Orange geh├╝llte Frau l├Ąchelte nur. „Warum lachst du“, fragte John. Sie l├Ąchelte ihn weiterhin so liebevoll an, dass er nicht weiter fragte, sondern nur auf ihren wundersch├Ânen Mund schaute. Sie hatte einen Mund wie … da erkannte er wieder Sara, doch sie war es nicht, nicht ganz. John war v├Âllig verwirrt. „Sara?“ Fragte er leise, bist du es? Die Frau mit dem sch├Ânen Mund l├Ąchelte und l├Ąchelte und schaute ihn dabei weiterhin total liebevoll an. 

Je mehr er sie anschaute, um so klarer und sch├Âner wurde der orangefarbene Schein um sie herum. Es war als w├╝rde um diese Frau herum die Sonne auf und untergehen. So eine Kraft und Energie, die von ihr ausging. Es kribbelte ihm von Kopf bis Fu├č. Pl├Âtzlich h├Ârte er eine leise Stimme in sich selbst. „Sie ist ein Teil von dir.“ Er war augenblicklich ganz ruhig und lauschte weiter.“ Sie ist ein Teil von dir, vernahm er wieder diese innere Stimme in sich. „Ich bin ein Teil von dir“ … und pl├Âtzlich verschwand diese orangefarbene Frau. John wachte schwei├čgebadet auf und blinzelte mit seinen Augen, die Sonne schien in sein Gesicht und er versuchte sie zu ├Âffnen. Sein Bett war vollkommen zerw├╝hlt, er erinnerte sich an seinen Traum, doch er versuchte nun einen klaren Kopf zu bekommen. Er fragte sich nun schon so lange, was da mit ihm passiert ...!

 

 

 KAPITEL IV



John rieb sich die Augen und stand auf. Er ging zum Fenster und ├Âffnete es. Es war ein strahlend blauer Himmel zu sehen und er wusste nicht einmal, wie sp├Ąt es ist. Nach dem Stand der Sonne war es noch recht fr├╝h. Er suchte sein Handy, da er keine Uhr im Schlafzimmer hatte. Es war genau 6 Uhr in der Fr├╝h, die Sonne war gerade aufgegangen. Er war immer noch wie benommen, konnte nicht klar denken, es war, als h├Ątte er die letzte Nacht viel Alkohol getrunken, doch er war doch vollkommen n├╝chtern geblieben. Was ist nur mit ihm, wer ist Sara und was um Himmels willen soll das alles bedeuten? Er erinnerte sich an die Beamten, die behaupteten, Sara w├Ąre eine M├Ârderin. Er hatte nicht den blassesten Schimmer, was gerade hier in seinem Leben passiert und wollte nun auch erstmal nicht weiter dar├╝ber nachdenken. Er ging in die K├╝che und kochte sich erst einmal einen starken Kaffee. Als er in den K├╝hlschrank schaute, stellte er fest, dass er keine Milch mehr hatte und ├Ąrgerte sich kurz. Doch weil es ein wunderbarer Tag war und es warm zu sein schien, es war Mitte Juni, wollte er mal seinen Kaffee schwarz trinken. Milch ist war sonst wichtig, doch irgendwie war es ihm nun egal, hatte er doch in der letzten Nacht wie in Milch und Honig gebadet, so dachte er zumindest und grinste in sich hinein. 

Er trank seinen schwarzen Kaffee und setzte sich ans Fenster. Was f├╝r ein wunderbarer Tag. Er beschloss heute, es war ein Samstag, eine Radtour zu machen, einfach nur irgendwohin fahren und die Seele baumeln lassen, nicht nachdenken, nur nicht weiter nachdenken. Momentan war ihm alles zu anstrengend dar├╝ber nachzudenken, was es mit Sara und der ganzen Situation auf sich hatte. Er wollte sich einfach nur den Kopf frei fahren! Und das tat er auch, er fuhr zig Kilometer durch seine sch├Âne Heimat und f├╝hlte sich frei, vogelfrei, irgendwie hatte ihn all das, was in der letzten Zeit geschah, doch sehr befl├╝gelt. Nun genoss er erstmal die Stille aber auch diese neue Kraft in sich. Ja, er f├╝hlte sich nicht nur frei, sondern auch ├Ąu├čerst kraftvoll.

John war zum ersten Mal in seinem Leben tiefenentspannt. Er bemerkte, dass er f├╝r kurze Zeit aufgeh├Ârt hatte zu denken. Denn ├╝ber Sara nachzudenken hat absolut keinen Sinn. Sie ist weder real noch irgendwie logisch erkl├Ąrbar. Selbst seine Gef├╝hle f├╝r sie kann er nicht erkl├Ąren, er wei├č nicht einmal, ob er welche hat. Wenn sie nicht da ist, denkt er nicht weiter ├╝ber sie nach. Er nimmt zwar einige ihrer Schwingungen war, doch er ist eher mit sich besch├Ąftigt und das findet er gerade so spannend. Durch Sara erkennt er immer mehr sich selbst und genie├čt die entspannenden Momente, die sie wahrlich auszul├Âsen scheint. Wo auch immer das hinf├╝hren mag, es bleibt spannend. Sie ist spannend! 

John fuhr ganz gel├Âst nach Hause und wollte nun mal gar nicht mehr weiter nachdenken. Und das gelang ihm auch. Es vergingen ein paar Wochen und tats├Ąchlich, er hatte Sara fast vergessen, es war nun Sp├Ątsommer geworden und er schrieb einige Musikst├╝cke. Er war v├Âllig mit sich und der Welt im Reinen und dachte bei sich … wie gut, dass ich gerade soviel Zeit f├╝r mich habe. Er war sonst immer mit so vielen Dingen besch├Ąftigt, doch in der letzten Zeit widmete er sich ausschlie├člich der Musik. Er schrieb insgesamt 3 neue Klavierballaden und war sehr mit sich und seiner Arbeit zufrieden. Eines Tages, es war ein sp├Ąter Juli-Sommertag sa├č er noch lange abends auf seinem Balkon und pl├Âtzlich h├Ârte er eine Stimme. „Kennst Du den Sinn des Lebens?“ Er drehte sich um, niemand war zu sehen. Gar nichts war zu sehen, au├čer die Sonne, die gerade unterging und ihr warmes Rot ├╝ber den ganzen Himmel verteilte. 

„Kennst du den Sinn des Lebens?“ vernahm er wieder eine Stimme, die nun noch lauter zu h├Âren war. Nun stand er auf und schaute in seine Wohnung. Da sa├č sie, Sara auf seinem Sofa, grinsend und in v├Âllig gelber Seide gekleidet. Sie trug ein Kleid, das so strahlend gelb war, dass es fast seine Augen blendete. Es war schulterfrei und bedeckte gerade ihre Knie. Auf einem ihrer Knie schien, das konnte er sehen, eine blaue Farbe durch. Aber er sah sich dann ganz ruhig auf den Rand des Sofas hinsetzen. „Ich frag jetzt nicht, wie du hier hereingekommen bist,“ lachte er. „Gut so,“ erwiderte Sara und schaute ihn ganz lieblich an. „Was ist mit deinem Knie?“ fragte er sie. „Es scheint blau zu sein.“ Sara sagte nichts und fragte nach ein paar Sekunden noch ein drittes Mal: „Kennst du den Sinn des Lebens?“ „Ach Sara, wieder so eine schwierige und anstrengende Frage“, meinte er ganz gelassen. „Sag mir lieber, warum dein Knie blau ist,“ grinste er. 

„Wenn du mir sagst, was der Sinn des Lebens ist, dann verrate ich dir auch, was mit meinem Knie ist, fl├╝sterte sie nun fast. „Ach,“ antwortete John nun etwas angestrengt,“ ich habe wirklich nicht den blassesten Schimmer. Momentan ist es die Musik oder die F├Ąhigkeit, ├╝berhaupt Musik machen zu k├Ânnen. Fr├╝her bin ich Motorrad gefahren, da war meine Harley der Sinn meines Lebens. „Hm,“ sagte Sara, „welch Aufstieg. Von der Harley zur Musik, nicht schlecht. Aber gibt es noch mehr? Was ist f├╝r dich Musik?“ „Musik,“ wiederholte John langsam, ist f├╝r mich Ruhe und Frieden, aber auch Liebe und Leidenschaft.“ „Ah,“ sagte Sara, du brauchst also Ruhe, Frieden, Liebe und Leidenschaft. Und Musik verschafft dir diese Gef├╝hle. Ist f├╝r dich eines der vier wichtiger als alle anderen? Gibt es eine Reihenfolge der Wichtigkeit?“ „Nein,“ sagte John, am liebsten habe ich alle vier gleich gern. Aber, wenn ich dar├╝ber nachdenke, l├Ąsst mich die Leidenschaft noch intensiver Musik machen. Ich muss mich verlieben oder ganz ungl├╝cklich verliebt sein, um das Beste aus mir herauszuholen. Meistens kommt beides auch immer zusammen. Aber so ist das Leben.“ „So ist das Leben,“ wiederholte Sara nachdenklich. „Das ist f├╝r dich also der Sinn des Lebens.“ „Was, wie meinst du das,“ fragte John. Was ist f├╝r mich der Sinn des Lebens?“ „Na, verliebt sein, gl├╝cklich oder ungl├╝cklich,“ grinste Sara. „Hm, so hab ich es noch nicht gesehen,“ meinte John z├Âgerlich, aber ja, vielleicht hast du recht.“

„Diese Verliebtheit dient dir auch zu einem ganz bestimmten Zweck,“ sagte Sara wieder ganz ernst. „Aha,“ John schaute schon wieder skeptisch. „Was denn f├╝r einen Zweck?“ „Das, lieber John erz├Ąhle ich dir, wenn wir uns das n├Ąchste Mal sehen.“

„Ach komm,“ sagte John, nun kannst du nicht gleich wieder verschwinden. „Du hast mir au├čerdem noch nicht verraten, warum dein Knie so blau ist.“ Doch Sara schien nicht zu h├Âren, was er sagt und ging leise hinaus auf seinen Balkon. Sie stand einfach nur da und sagte: „Sch├Ân, hast du´s hier, wusstest du, dass wir letzte Nacht den Supervollmond hatten, es ist der hellste des Jahres und er war der Erde ganz nah, vielleicht kann man ihn heute nacht noch einmal bewundern.“ John stand da und wusste nicht, was er sagen sollte. Er war wie immer ratlos und dachte bei sich. „Warum ist es immer so seltsam?“ Er war wie versunken und schaute dann aber auch tats├Ąchlich in den Himmel, es war kein Mond zu sehen, doch diese unendliche Weite des Himmels fesselte seinen Blick und er war f├╝r einen Moment ganz ganz weit weg, er dachte nicht mehr, sondern verschwand innerlich in der Tiefe seines Seins. Als er wieder bei „klarem Bewusstsein“ war, bemerkte er, dass Sara auch schon wieder verschwunden war... 

Verliebtsein, dachte John bei sich, das ist ein Sinn des Lebens? Mein Sinn des Lebens … ? Er war sehr skeptisch, doch er dachte dr├╝ber nach … war immer noch ganz versunken, konnte aber nicht schlafen. Aber wie immer, wenn Sara da war, f├╝hlte er sich v├Âllig entspannt und hatte neue Kraft und Inspiration gewonnen. Und nu versuchte er seiner „Verliebtheit“ auf die Schliche zu kommen. Denn im Grunde genommen war f├╝r ihn das „Verliebtsein“ eine Droge, die ihn meist zwar berauscht, aber auch an seine Grenzen bringt. Er war noch nicht oft in seinem Leben verliebt, aber wenn, dann richtig und sein Leben stand dann meist Kopf, und dann funktionierte fast gar nichts mehr. Aber das kann ja wohl nicht der Sinn des Lebens sein. 

Er gr├╝belte noch eine Weile nach, doch eher ├╝ber sein auch sonst manchmal „sinn“loses Leben. Warum sollte man ├╝berhaupt ├╝ber den Sinn des Lebens nachdenken. Am Ende geht es doch nur darum, jeden Tag so gut es geht zu genie├čen und wenn man ihn so genie├čt, als sei es der letzte, dann hat man zwar nicht verstanden, was der Sinn des Lebens ist, aber man genie├čt es wenigstens. Ja, dachte John bei sich, ich lebe, um zu genie├čen. Und wenn ich verliebt bin, genie├če ich die Verr├╝cktheit in mir, die Losgel├Âstheit meines Verstandes, meines ewig ratternden Verstandes, ich genie├če die Irrationalit├Ąt meines Seins … und … ich genie├če nat├╝rlich auch den K├Ârper meines Gegen├╝bers, in den ich verliebt bin, ich genie├če, wie meine Hormone verr├╝ckt spielen, ich genie├če den Augenblick des ersten Kusses, nein, der ersten Ber├╝hrung, die muss ja nicht einmal k├Ârperlich sein. Ich genie├če den Moment, in dem ich wei├č, jetzt hab ich mich verliebt, egal, was die Umst├Ąnde dazu sagen, ich genie├če die Sekunde, in dem ich sp├╝re, da ist jemand, den ich will, den ich begehre, den ich vielleicht f├╝r immer erobern m├Âchte, doch das denke ich ja in so einem Moment gar nicht, doch es ist so eine Zeit- und Raumlosigkeit da, die alles vereint. Ich f├╝hle mich dann so stark, so kraftvoll und doch so sch├╝chtern und ├Ąngstlich, es ist, als st├╝nde man nackt vor dem anderen, denn man glaubt, dass es alle sehen k├Ânnten, wie man gerade den Kopf und den Verstand verliert und nur noch an das bezaubernde Wesen denkt, es im Blicke hat und am liebsten verschlingen w├╝rde. Ja, so ist es, wen ich verliebt bin. 

Es ist ein Rausch, dem keine andere Droge standhalten kann, ich hatte ja schon einiges ausprobiert, l├Ąchelte John in sich hinein. Oh ja, John sp├╝rte, wie sein ganzer K├Ârper kribbelte, als er an dieses Gef├╝hl, nein besser an diesen Zustand des Verliebtseins dachte. Er war wie in Trance und f├╝hlte alles, was er beschrieb in Gedanken, als sei es „jetzt“. Er seufzte vor sich hin, schwelgte weiterhin in Gedanken und dachte weiter bei sich, ja und ich genie├če diese erste Ber├╝hrung, die mich einfach nur „lebendig“ macht, wenn diese Ber├╝hrung dann auch in die k├Ârperliche ├╝bergeht, ist es, als explodieren tausend kleine Sterne in mir, es wird warm, licht und feurig kribbelnd, es durchstr├Âmt mein ganzes Sein und ich bin in der Lage alles, aber wirklich alles um mich herum zu vergessen. Es muss ein au├čersinnliches Empfinden sein, denn die normalen Sinne verschmelzen ineinander, wie in ein unendlich gro├čes Loch, in das man dann mit Leib und Seele hineinf├Ąllt, nein, nicht f├Ąllt, sondern hinein taucht. Man wird zu diesem „Loch,“ was nur ein Symbol f├╝r das Universum ist, ja, man f├╝hlt sich pl├Âtzlich eins mit dem ganzen Universum. Und die Frau, die das schafft, ist eine G├Âttin, die G├Âttin, die mich das „Einssein“ sp├╝ren l├Ąsst. Zun├Ąchst ist es erst die Verschmelzung mit der G├Âttin, der Frau, in die ich mich verliebe, doch es geht dann immer weiter und tiefer und ich bin am Ende nicht nur diese Frau sondern ich bin die Welt. 

Puhh … John war in v├Âllige Ekstase eingetaucht und schwitzte leicht, doch er l├Ąchelte, oh wie f├╝hlte er sich gut. Er dachte an keine bestimmte Frau, sondern nur an das Gef├╝hl, was er immer hatte, wenn er verliebt war, und das war nicht oft in seinem Leben. Doch nun hatte er es, obwohl er niemanden im Focus hatte, und doch … Sara hat ihn daran erinnert, sie hat ihn an seine F├Ąhigkeit des Verliebtseins erinnert und sie somit pr├Ąsent gemacht. Wow, er war vollkommen geflasht. Wie kann man denn so ein Gef├╝hl erzeugen, obwohl gar niemand im Focus ist, wer ist Sara dachte er wieder … doch es war ihm mittlerweile egal, er nahm es so hin, wie es war. Sie IST einfach. Und er genoss sich und er genoss sein Leben. Heute ganz besonders, denn dieses Gef├╝hl der Verliebtheit brannte sich gerade so in seine Zellen, dass er f├Ârmlich vor Ekstase zerspringen wollte, doch er nutzte diese Energie und setzte sich auf sein Fahrrad und fuhr einfach drauf los... 

Er fuhr und fuhr, die Sonne ging langsam unter, es war schon wieder so ein unglaublich sch├Âner Tag, seit Tagen schien die Sonnen ohne Unterlass, es war warm, sehr angenehm warm und weil es noch so sch├Ân war, machte er an einem Teich eine Pause. 

Es war ein Seerosenteich – ganz untypisch f├╝r diese Gegend, doch an einer kleinen Stelle wachsen diese zauberhaften Rosen um die Wette. John dachte bei sich, eigentlich braucht es doch nicht viel zum Gl├╝cklichsein, Sonne, ein Fahrrad und Zeit reichen v├Âllig aus … wie gut, dass er sich dessen immer erinnern konnte, so wie jetzt. Er starrte auf den Teich, sah die Seerosen, die so prachtvoll bl├╝hten, tief waren ihre Wurzeln im Schlammboden vergraben.

„Ja, schau nur auf die Rosen,“ ert├Ânte eine Stimme hinter ihm. Er musste schmunzeln, wusste er doch, dass da wieder Sara war, die – er dachte nicht einmal mehr dar├╝ber nach, wie sie dorthin gekommen war – einfach pl├Âtzlich hinter ihm stand und ihm leicht auf die Schulter tippte, nein sie strich ganz z├Ąrtlich ├╝ber seine Schultern, mit beiden H├Ąnden hielt sie ihn und strich sanft ihre H├Ąnde an seinen Armen hinunter bis ihre H├Ąnde die seinen ber├╝hrten. Anders als sonst schwieg sie und hielt ihn bei den H├Ąnden. John war auch pl├Âtzlich ganz still und regungslos, sp├╝rte den leichten Druck ihrer H├Ąnde auf seinen, genoss diese zarte Ber├╝hrung, bemerkte ihren Atem in seinem Nacken und schaute wie gebannt auf die Seerosen, mittlerweile auf eine ganz zart wei├če Rose, die sich von den anderen ziemlich mittig auf dem Teich ihren Platz gesucht und gefunden hatte. Diese Rose war gr├Â├čer als die anderen und ziemlich f├╝r sich allein, es schien, als sei sie die Mitte und die K├Ânigin aller Seerosen, die auf diesem Teich zu sehen waren. John und Sara standen einfach nur da, schauten und staunten, denn da war ein Moment ganz besonderer Stille und N├Ąhe. Selbst die Natur machte keinerlei Ger├Ąusche, kein Wind, kein Vogel, kein Nichts. 



KAPITEL V



„Sie ist tot,“ sprach Pater Lorenzo, nun ist sie tot. Er starrte auf die Menge der Menschen, die sich versammelt hatten, um dem Schauspiel beizuwohnen. Er starrte auf die Kirche, vor der dieses unglaubliche Ereignis stattfand. Katharina wurde mitten auf dem Marktplatz verbrannt, so wie es viele Frauen wurden, die mit dem Teufel verb├╝ndet sind, so dachte er, so wusste er es, aber er glaubte nicht an einen Teufel, er glaubte an nichts, nicht mal wirklich an Gott, denn Gott h├Ątte es nicht zugelassen, dass Katharina stirbt. Katharina, die es schaffte, ihn f├╝r wenige Momente so zu faszinieren und ihm ein Gef├╝hl von ungeahnter N├Ąhe, W├Ąrme und Geborgenheit zu vermitteln. Er wusste nicht, ob es Liebe war, doch sie ver├Ąnderte sein ganzes Leben und nun hat er ihres auf dem Gewissen. Er lie├č es zu, dass sie mitgenommen wurde, er lie├č es zu, einfach zu. Er stellte sich nicht dazwischen, er stand nur regungslos da und lie├č es geschehen. Seither f├╝hlt er gar nichts mehr, er hatte vor der Begegnung mit Katharina kaum Gef├╝hle zugelassen, doch nun f├╝hlt es sich f├╝r ihn ebenfalls wie der Tod an, sein Leben war nun auch zu Ende. Die Menschenmenge l├Âste sich auf, er ging zu dem Feuer, was noch loderte und stand einfach nur da, doch er sp├╝rte diese W├Ąrme, diese N├Ąhe und es war als spr├Ąche die Glut zu ihm. Er vernahm eine Energie und versuchte sich ganz darin einzuf├╝hlen, wie gebannt stand er da und lauschte dem Knacken und Knistern des Feuers. 

„Mach dir keine Sorgen“, h├Ârte er pl├Âtzlich, doch niemand war da. „Sorge dich nicht, es gibt keinen Tod,“ sprach diese Stimme weiter. Er schaute sich um, doch niemand war zu sehen, pl├Âtzlich wusste er, es ist Katharina, die zu ihm sprach. Der Tod ist eine Illusion, ich bin da.“ Lorenzo versuchte sich stark zu konzentrieren, er glaubte sein Gehirn spielt verr├╝ckt. „Vertraue, alles ist gut, das Leben ist ewig, Du wirst es bald erkennen. „Ich liebe Dich,“ h├Ârte er weiter die Stimme sagen und es war als durchstr├Âmte ihn ein Schauer unerkl├Ąrbarer Gef├╝hle, die er nie zuvor wahrgenommen hatte. Er f├╝hlte sich pl├Âtzlich unglaublich stark, kraftvoll und doch losgel├Âst und leicht, er war so auf das Feuer konzentriert, dass er diese Hitze in sich aufnahm und selbst Feuer wurde, er sp├╝rte, wie das Feuer sich mit der Luft verband und die Funken in die H├Âhe sprangen, leicht und unbeschwert. 

Er war nicht nur eins mit dem Feuer, sondern f├╝hlte sich eins mit allem, er wusste nicht mehr, ob er selbst tot oder lebendig war, so unglaublich war seine Erfahrung, die er gerade mit sich selbst machte. Pl├Âtzlich vernahm er eine leise Stimme:  

„Du bist mein Herz und meine Seele

Ich bin bei Dir

Auch wenn ich Dir fehle

Du bist mein Blut, mein Saft 

Ich verzehre mich nach Deiner Kraft

Ich gehe auf in Dir und verliere mich

Du verschmilzt mit mir 

Und ich verf├╝hre Dich

In die ungeahnten Welten des ewigen Seins

Sei f├╝r immer gewiss

Dein Herz ist meins

Die hei├če Glut unserer Leidenschaft 

Verleiht allen Menschen Zauberkraft

Wir sind die Entz├╝nder der neuen Zeit 

Und machen alle Herzen weit

Du bist in mir und ich in Dir

Wir sind jetzt und immer hier

Oh was f├╝r eine Botschaft, seufzte er … und versank nun in v├Âllige Ekstase, die ihn fast seinen K├Ârper verlassen lie├č. 

Er sp├╝rte einen Sog, der so gewaltig war, dass er sich nur noch mitrei├čen lassen konnte, etwas in ihm zog und zog, als w├╝rde ein Strudel ihn in sich selbst hinein ... nein hinaufziehen. Er konnte nicht mehr denken, nicht mehr f├╝hlen sondern sich dem Strom nur noch hingeben.



 KAPITEL VI




John stand eine Weile,ganz versunken und genoss die N├Ąhe von Sara, diesmal war es ganz anders als sonst, denn er war zwischenzeitlich so mit ihr vertraut, dass er ganz ruhig und entspannt ihre N├Ąhe genie├čen konnte. Sie waren sich so nah aber doch so fern. Er h├Ârte auf zu denken, er stand nur da und verlor auch schon den Blick auf die Seerose, die er da entdeckt hatte, er war einfach nur „da“, ohne Gedanken, ohne irgendeine Regung seines K├Ârpers. Es war, als h├Ątte er seinen K├Ârper verlassen, nein, er hatte seinen K├Ârper verlassen, denn er sah sich, ganz getrennt von seinem K├Ârper, er sah, wie er mit Sara da zusammen am Teich stand. Ihm war v├Âllig seltsam zumute, dann fand er es ganz am├╝sant und wunderte sich nicht weiter dar├╝ber. Doch pl├Âtzlich – wie durch einen Sog - war er wieder ganz im K├Ârper und erschrak. Was war das, dachte er bei sich. „Du meinst, als du deinen K├Ârper verlassen hattest?“ fragte Sara.

Er drehte sich zu ihr um und schaute sie ganz erschrocken an. „Woher wei├čt du das?“ erwiderte er laut. „Ach John, du erlebst gerade, wie gro├č deine Welt ist, wie weit dein Sein und deine Aura ist.“ „Wie, wie meinst du das,“ fragte er wieder sehr leise. „Die Welt ist ein einzig gro├čes Energiefeld, lieber John. Du machst gerade die Erfahrung, wie alles miteinander zusammenh├Ąngt, wie du mit mir verbunden bist, ohne dass wir uns nahe sind. Wie du einfach f├╝hlst, dass du mehr als nur der K├Ârper bist.“ Sara hielt immer noch seine H├Ąnde, doch John wich einen Schritt zur├╝ck und entzog sich ihrer Ber├╝hrung. „Ich wei├č nicht, ich zweifle an diesen Dingen, aber das eben war schon sehr seltsam. Die letzte Zeit war schon sehr seltsam.“ „Ich wei├č,“ sagte Sara. Deshalb bin ich ja da. „Was meinst du damit,“ fragte John wieder irritiert. „Warum bist du da?“ „Ach John, ├╝berfordere dich jetzt nicht, genie├če doch den Moment, den du gerade erfahren hast, es geht f├╝r dich noch viel weiter, lass einfach zu, dass das Schicksal gerade mit dir was ganz besonderes vor hat."

Pl├Âtzlich sah John in Sara eine ganz andere Frau, er sah Katharina, er starrte sie an und konnte es kaum fassen. Er erinnerte sich soeben an das, was damals geschah, er hatte es doch auch eben gesehen. Er erschrak und fing zu weinen an. „Katharina, Sara, ich f├╝hle gerade einen unglaublichen Schmerz.“ John setzte sich auf die Wiese und lie├č seinen Tr├Ąnen freien Lauf. Er weinte und weinte und h├Ârte nicht mehr auf. Sara setzte sich zu ihm und hielt seinen Kopf, sie k├╝sste seine Tr├Ąnen, die wie kleine Wasserf├Ąlle an seinen Wangen herunterliefen. Sie dr├╝ckte ihn an sich und hielt ihn ganz ganz fest, langsam konnte er entspannen. Keiner sagte ein Wort, sondern sie hielten einander nur fest. Langsam schaute John Sara wieder in die Augen und ber├╝hrte mit seiner rechten Hand ihre Schl├Ąfen, strich ├╝ber ihr Haar und nahm seinen linken Zeigefinger und strich ├╝ber ihre geschwungenen Lippen, die so prall anschwellten, dass er f├╝r einen Moment daran dachte, sie zu k├╝ssen. Doch irgendetwas hielt ihn davon ab. Er dachte bei sich, was mache ich hier, Sara ist sicher nur ein Traum, alles ist nur ein Traum, irreal, verr├╝ckt, er wird langsam verr├╝ckt, dachte er nun und sp├╝rte, wie sein Verstand tats├Ąchlich zu rebellieren anfing.

Doch pl├Âtzlich beugte sich Sara zu ihm nach vorne und k├╝sste ihn ganz sanft und dr├╝ckte sich an ihn. Er lie├č es geschehen, obwohl er eben noch davonlaufen wollte, nun war er wie gebannt und sp├╝rte, wie ein Schauer seinen R├╝cken herunterlief. Sara ├Âffnete langsam ihren Mund und k├╝sste erst seine Oberlippe, dann seine Unterlippe, dann seine rechte Wange und seine Stirn. An der linken Wange hielt sie sich eine Weile auf und k├╝sste sie als w├Ąre sie eine s├╝├če Pfirsich, in die sie hineinbei├čen wollte. John hielt ganz still, er sp├╝rte, wie sein ganzer K├Ârper kribbelte und konnte nicht anders als sie nun einfach noch mehr an sich zu ziehen und seinen Mund auf den ihren zu pressen, doch pl├Âtzlich sagte sie: „Stopp“ und r├╝ckte von ihm weg. John schaute sie einen Moment irritiert an und lie├č sich aber nicht abhalten, er k├╝sste sie wieder auf den Mund und sie versuchte noch einmal etwas zu sagen, doch sie bemerkte, dass John in eine Ekstase verfiel, die sie einfach verstummen lie├č.

John hatte mit seinem tr├Ąnen├╝berstr├Âmten Gesicht auch das ihre nun v├Âllig befeuchtet und schmeckte seine eigenen salzigen Tr├Ąnen auf der Zunge. Als er sie k├╝sste vernahm auch sie den salzigen Geschmack, den er ihr schenkte. John und Sara k├╝ssten sich als h├Ątten sie noch nie in ihrem Leben so etwas erlebt. Eine Weile verging und Johns Gesicht war getrocknet, doch das Salz war noch ├╝berall zu schmecken. Sara l├Âste sich langsam von seinem Gesicht und k├╝sste seinen Hals, seinen Nacken und zog ihm das T-shirt aus, sie glitt mit ihren Lippen ├╝ber seine Schultern w├Ąhrend er seine H├Ąnde auf ihren R├╝cken legte. Langsam glitt er hinunter auf ihren Po-Ansatz und einen Moment hielt er inne, da sie zuckte, doch als sie wieder ganz ruhig atmete dr├╝ckte er ihren Po fest an seinen Scho├č. Da beide noch standen, zog er sie langsam auf die Wiese. Sara legte sich auf den R├╝cken und John beugte sich ├╝ber sie. Er zog ihr Sommerkleid aus, das diesmal von gr├╝ner Farbe war und fast wie ein Teil der Wiese aussah, er bemerkte, dass ihre Haut weich wie Samt und Seide war und streichelte ihren Bauch, k├╝sste sie auf ihren Hals und legte sich auf sie. Sara seufzte und John versank in eine s├╝├če Trance der Lust. Das Gras der Wiese war so hoch, es war Sp├Ątsommer und die Wiese schien lange nicht gem├Ąht worden zu sein, so dass sie wie in einen Graskranz eingebettet waren. Sara ├Âffnete Johns Jeans und zog sie ihm aus sowie auch seine Turnschuhe. Sie hatte schon ihre Sandalen abgestreift und glitt dann mit ihren F├╝├čen ├╝ber seine Waden. Es trennte ihre beiden K├Ârper nur noch ein paar Baumwollteile, die jeder f├╝r sich nun auszog, um die W├Ąrme und Energie des anderen K├Ârpers vollkommen in sich aufnehmen zu k├Ânnen. John drang langsam in Sara ein und f├╝hlte eine Kraft und einen Sog, der ihn in sich selbst hinabzog. Er war wie in Trance und hatte im wahrsten Sinne des Wortes das Gef├╝hl von „Einssein“, wie noch nie zuvor in seinem Leben.

Sein ganzer K├Ârper schauerte und doch war er kraft- und machtvoll wie ein L├Âwe. Sara lie├č es geschehen und l├Ąchelte ihn nur an. Es war, als sei sie nach Hause gekommen. Ihr war nichts fremd und John empfand ebenso. Als h├Ątten sie sich schon ewig gekannt und gewusst, wie es sein w├╝rde. John und Sara sprachen kein Wort, sondern tauchten in eine Welt der Gef├╝hle, die sie wiederentdeckten, als h├Ątten sie sie beide vor langer langer Zeit begraben. 

 


 KAPITEL VII




John f├╝hlte pl├Âtzlich eine Energie, die er noch nie bei sich wahrgenommen hatte. Er war nicht nur in voller Lust entflammt, sondern er f├╝hlte sich so eins mit Sara, aber auch so eins mit dem, was ihn umgab. Er sp├╝rte die Sonne, als strahlte sie selbst von ihm ab und als w├Ąrmte sie ihn zugleich. Der Wind, der zart um seine Haut wehte, erschien ihm als sein eigener Atem und der Geruch der Wiese, der Blumen um ihn herum waren seinen eigenen Porenausstr├Âmungen gleich. Was passierte gerade wieder, dachte er bei sich und verfiel dann gleich aber dem n├Ąchsten Liebesschauer. John war so in Wallung, dass er nicht mehr klar denken konnte und auch nicht mehr wusste, wer, wo oder wie er war. Er war einfach nur da, pr├Ąsent, in diesem Augenblick eins mit allem um sich herum. Sara war da, aber auch wieder nicht, denn er sp├╝rte sie nicht mehr von sich getrennt. „Ich liebe dich“ fl├╝sterte eine Stimme, die John vernahm, doch als er Sara anschaute, die ganz lieblich neben ihm wieder auf der Wiese zu erwachen schien, bemerkte er, dass sie so versunken war und nicht zu sprechen schien. 

„Ich liebe dich“ h├Ârte er wieder und sah, dass Sara tats├Ąchlich den Mund verschlossen hatte. Doch er bemerkte, dass diese Worte wie ein Strom aus ihrer Richtung kam. Er sp├╝rte Schwingungen und wusste pl├Âtzlich, es waren ihre Gedanken. Wie selbstverst├Ąndlich sagte er, ich liebe dich und er sah, wie sie l├Ąchelte. „Ich wei├č, dachte sie wieder, wobei ihr Mund verschlossen blieb. John dachte dann: „Wer bist du?“ und Sara ebenfalls denkend: „Ich bin du und du bist ich.“ Wir sind und waren nie voneinander getrennt. Du hattest nur deinen Glauben an dich selbst verloren, dein Herz war tot, du konntest nicht mehr lieben, hast vergessen, was W├Ąrme, Liebe, Geborgenheit, N├Ąhe und Frieden ist. Doch nun, da du dich einfach fallen gelassen, einfach vertraut und dich hingegeben hast, sozusagen dein Herz weit ge├Âffnet hast, bemerkst du, dass du von nichts aber auch von gar nichts getrennt bist. Du bist alles! Ich bin „nur“ dein Herz, ich spiegele dir dein Herz, deine Liebe, nun wei├čt du wieder, was Liebe ist. Es z├Ąhlt nur die Liebe im Leben, die „F├Ąhigkeit“ zu geben, aber auch zu empfangen. Du hast gelernt zu empfangen und nun kannst du wieder geben, dir, anderen – aber vor allem dir selbst, denn du selbst bist der wichtigste Mensch in deinem Leben. Und wenn es dir gut geht, dann geht es allen Menschen um dich herum gut. Vertraue dir, glaube an dich und vor allem liebe dich, genie├če dich, erfreue dich an dir. Sei dir dein bester Freund und Liebhaber. Sei dein Sch├Âpfer und erschaffe dir die Welt, die dir gef├Ąllt. Suche dir Farben und Formen aus und gestalte dir deine B├╝hne, deine Lebens- und Liebesb├╝hne, auf der jeder Liebe, Freude und Kreativit├Ąt leben kann. Liebe und alles ist gut! John war wie entr├╝ckt, aufgeregt, innerlich zwar v├Âllig entspannt, doch es kribbelte in seinem K├Ârper. Er sp├╝rte eine Energie, die ihn fast ohnm├Ąchtig werden lie├č, doch pl├Âtzlich brach aus ihm eine Flut von Kraft heraus, die ihn aufstehen lie├č und er reckte und streckte all seine Glieder, er wollte Sara, die immer noch stumm auf der Wiese lag und immer noch l├Ąchelte, zu sich hinaufziehen und griff ins Leere. 

Er sah sie, doch er konnte sie nicht anfassen, sie war wie Luft. Pl├Âtzlich ver├Ąnderte sich ihre Gestalt, sie war zuerst menschengro├č und langsam verwandelte sie sich in einen Grashalm, der auf der Wiese bl├╝hte, doch eigentlich schien es John, dass sie sich tats├Ąchlich in Luft aufgel├Âst hatte. Doch es ert├Ânte weiterhin in ihm: „Geh deinen Weg, erlaube dir zu leben, so wie es dir gef├Ąllt. Liebe mit deinem Herzen aber geh.“ John wurde pl├Âtzlich ganz ruhig. Die Euphorie verwandelte sich in eine nie dagewesene Ruhe. Er bewegte sich langsam fort und verfiel in eine Art Geh-Trance, bis er wieder zu Hause angekommen war. Er legte sich sofort schlafen, denn es war bereits sp├Ąter Abend. Am n├Ąchsten Morgen erwachte er ganz neu, ganz erfrischt und v├Âllig entspannt, er dachte nicht, er f├╝hlte nicht, er war einfach nur ganz da, wie noch nie in seinem Leben. Heute hatte er eine Schicht in dem Caf├ę, in dem er ab und an arbeitete. Als er mit dem Fahrrad zur Arbeit fuhr, war es, als z├Âge die ganze Welt an ihm vorbei, seine Gedanken flogen nur umher und die Bilder in seinem Innern ebenfalls, er hatte eine totale Innenschau. Alles war ihm nun klar, ohne dass er es erkl├Ąren konnte, er wusste einfach um den n├Ąchsten Schritt. 

John kam in das Caf├ę – es war das „Caf├ę zum Mond“ – und l├Âste die Fr├╝hschicht ab. Er kellnerte fr├Âhlich, entspannt und gel├Âst wie noch nie und alle G├Ąste lachten und genossen ihre Cappuchinis und Snacks. Die Sonne lachte vom Himmel und John trug mit seinem charmanten L├Ącheln den Rest auf dieser Erde bei. Kurz bevor er Feierabend machten wollte, vernahm er hinter sich eine Stimme, die fragte: „K├Ânnte ich bitte noch einen Cappuchino bekommen?“ John wurde hei├č und kalt zugleich, drehte sich um und sah eine Frau in einem dunkelgr├╝nen Kleid, die ihn mit ihren faszinierenden oliv-gr├╝nen Augen verschmitzt anschaute und ihre Frage mit einer ganz warmen Stimme wiederholte: „Gibt es noch einen Cappuchino f├╝r mich oder machen Sie schon Feierabend? „Nein, l├Ąchelte John, ich habe soeben erst das Caf├ę er├Âffnet ...

… ... ... 




Fortsetzung folgt ... 

Die zweite Novelle hei├čt:

"DER GR├ťNE MOND"






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